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Schlamm, Körnchen, Kiesel
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So geht Ernährung bei Gallensteinen

Ab der Lebensmitte ist jeder Fünfte von Steinen in Gallenblase oder -gängen betroffen. Nur ein Viertel davon hat Beschwerden – Steine sind oft blinde Passagiere oder werden zufällig bei einer Sonografie entdeckt. Welches Ernährungsverhalten unterstützt Vorbeugung und Behandlung?
AutorKontaktCornelia Höhn
Datum 26.06.2026  16:00 Uhr

Die 6-F-Risiko-Regel

Das Zusammenspiel mehrerer Risikofaktoren erhöht die Wahrscheinlichkeit für die Entstehung von Gallensteinen – auch bekannt als sogenannte 6-F-Regel:

  • Fat: Übergewicht, Adipositas und fettreiche Ernährung kurbeln die Cholesterinproduktion in der Leber an. Der Körper versucht dann, überflüssiges Cholesterin über die Gallenflüssigkeit abzutransportieren.
  • Forty: Die Wahrscheinlichkeit für Gallensteine steigt mit dem Alter ab 40 bis 50 Jahren an.
  • Female: Frauen bilden etwa zwei-bis dreimal so häufig Gallensteine. Es wird angenommen, dass körpereigenes Estradiol, Pilleneinnahme oder Hormonersatztherapie eine Rolle spielen.
  • Fertile: Schwangere und Frauen mit mehreren Kindern haben ein höheres Risiko für Cholesterinsteine – vermutlich, weil in der Schwangerschaft viel Estrogen gebildet und dazu vermehrt Cholesterin benötigt wird.
  • Family: Jeder vierte Betroffene hat eine genetische Veranlagung.
  • Fair: Personen mit hellem Haar- und Hauttyp sollen eine höhere Disposition haben.

Weitere mögliche Risikofaktoren sind unter anderem Hyperlipidämie, Diabetes, Leberzirrhose, Morbus Crohn, Gallensäureverlustsyndrom (Mangel an Gallensäuren, zum Beispiel infolge operativer Entfernung großer Dünndarmteile), aber auch Arzneistoffe wie GLP-1-Analoga und Fibrate. Auch Crash-Diäten und eine operative Magenverkleinerung können Gallensteine begünstigen.

Interessant für die Beratung: Bei der Abgabe von Codein und anderen Morphinderivaten gilt es, Kunden nach einer zurückliegenden Gallen-OP zu befragen. Laut Fachinformationen sind diese Arzneistoffe nach Gallenblasenentfernung nur mit besonderer Vorsicht einzusetzen: Sie können zu Spasmen des Schließmuskels am Einmündungsgang von Galle und Bauchspeicheldrüse führen, mit Aufstau von Gallen- und Pankreassekret. Es kann zu herzinfarktähnlichen Oberbauchbeschwerden und Pankreatitis kommen.

Ernährung anpassen

Laut S3-Leitlinie scheint regelmäßige körperliche Aktivität und eine bedarfsgerechte Ernährung zur Erhaltung eines normalen Körpergewichts der Entwicklung von Cholesteringallenblasensteinen vorbeugen zu können. Kalorienreiches, ballaststoffarmes Essen, Übergewicht/Adipositas sowie Bewegungsmangel sind etablierte Risikofaktoren für diese Steinart.

Adipöse Menschen entwickeln häufiger Gallensteine, weil sie mehr Cholesterin in die Gallenblase sezernieren als Personen mit Normalgewicht. Bei Übergewicht nimmt zudem die Motilität der Gallenblase ab und ist deutlich eingeschränkt.

So ist es nicht verwunderlich, dass eine faserreiche, fett- und zuckerarme Kost als die Ernährungsweise der Wahl für Gallenstein-Träger gilt. Überdies ist Normalgewicht anzustreben. Nahrungsfasern aus Vollkorngetreide, Gemüse, Obst und Hülsenfrüchten binden Gallensäuren. Auch die tägliche Einnahme von Flohsamenschalen mit reichlich Flüssigkeit ist empfehlenswert. Das Apothekenteam kann diesbezüglich wertvolle Tipps geben.

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