| Isabel Weinert |
| 04.09.2026 10:00 Uhr |
Eine normalgewichtige Kindheit scheint die besten Chancen für eigenen Nachwuchs als Erwachsene zu bieten. / © Adobe Stock/sborisov
Ein Team um Jennifer Baker von der Universität Kopenhagen kam zu diesem Resultat, wie das »Deutsche Ärzteblatt« berichtet. Sie widmeten sich der Frage, wie Übergewicht und Adipositas im Kindesalter die Fertilität beeinflussen können. Daten standen ihnen über die dänische Schulgesundheitsfürsorge zur Verfügung. Hier finden sich von der Einschulung bis zur 9. Klasse Gesundheitsparameter der Schülerinnen und Schüler, inklusive Körpergröße und Körpergewicht.
Auf dieser Grundlage verglichen die Forschenden, wie sich das Gewicht von 60.864 Schülerinnen auf deren Fertilität als Erwachsene auswirkte. Dabei ging man hinsichtlich der Kinderlosigkeit davon aus, dass etwa 5 Prozent der Frauen keine Kinder wollen – so zeigen es Umfragen, alle anderen hingegen keine Kinder bekommen konnten. In den betrachteten Jahrgängen von 1950 bis 1989 waren 12 von 100 Frauen in ihrer Kindheit übergewichtig, vier weitere hatten Adipositas.
Das Ergebnis: Die Gewichtsprobleme im Kindes- und Jugendalter beeinträchtigten die Fertilität, und das umso mehr, je älter die Frauen waren. So hatten in ihrer Kindheit übergewichtige und adipöse Frauen zwischen 25 und 29 Jahren eine 22 Prozent geringere Wahrscheinlichkeit, schwanger zu werden als in ihrer Kindheit normalgewichtige Frauen. Diese sank bei den 30- bis 34-Jährigen bereits um 42 Prozent und bei den Frauen bis 45 Jahren um 44 Prozent. Zwar könne die Studie den Zusammenhang nicht abschließend beweisen, da man jedoch wisse, dass sich Adipositas negativ auf die Hypothalamus-Hypophysen-Eierstock-Achse und so auf die Qualität der Eizellen und des Endometriums auswirke, scheint das Resultat der Studie den Einfluss des Gewichts auf die Fertilität zu stützen.