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Neuroathletik
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Training beginnt im Kopf

Immer mehr Spitzensportler nutzen Neuroathletik, um ihre Leistung zu optimieren. Sportwissenschaftler Professor Ingo Froböse erklärt, wie auch Laien mithilfe der Trainingsmethode ihre Körperwahrnehmung und Bewegungsqualität verbessern können.
AutorKontaktBarbara Döring
Datum 06.10.2026  08:00 Uhr

Rasterbrille und Vision-Stick für mehr Präzision

So stellt man das Gehirn vor die Herausforderung, Aktivitäten präziser auszuführen, als es normalerweise nötig wäre, um die Geschwindigkeit oder Genauigkeit einer Bewegung zu erhöhen: Trainer nutzen dafür bestimmte Tools wie Rasterbrillen, Sehtafeln, Vision-Sticks oder Augenklappen. Eine Rasterbrille etwa schränkt das Sehfeld ein, sodass nicht die komplette Umgebung wahrgenommen wird. Das Gehirn versucht, die fehlenden Ausschnitte zu ergänzen, um das Bild zu komplettieren. »Das Nervensystem sammelt dafür mehr Informationen und geht sensibler mit der Situation um«, so Froböse. Die auf diese Weise neu erlernten Fähigkeiten werden schließlich ins normale Training integriert.

Letztendlich geht es darum, das Körperbewusstsein zu verbessern und Bewegungsabläufe zu optimieren, um Leistungen wie Kraft, Schnelligkeit oder Koordination zu erhöhen und das Verletzungsrisiko zu senken. Schmerzen, die durch fehlerhafte Bewegungsabläufe oder Überlastungen entstanden sind, sollen ebenfalls gelindert werden.

Auch für Laien geeignet

Auch Laien, bei denen die eigene Körperwahrnehmung oft nicht mehr gut funktioniert, könnten von neuroathletischem Training profitieren, ist Froböse überzeugt. Die Sensoren des Körpers zu trainieren, ist schließlich ein wichtiger Schlüssel, um das Körpergefühl zu schulen und Warnsignale richtig zu deuten – auch im Sinne einer besseren Krankheitsprävention.

In Zukunft könnte etwa Fitnesstraining um den Aspekt der Neuroathletik erweitert werden. So könnten auch Laien, die mitunter richtiges Gehen, Springen oder Hüpfen verlernt hätten, durch das sensorische Training ihre Bewegungsqualitäten verbessern. Auch für therapeutische Interventionen etwa bei neurologischen Problemen sieht Froböse neuroathletisches Training als sinnvolle Ergänzung. Bei orthopädischen Problemen könnte die Methode besonders in der Rehaphase hilfreich sein. Wenn beispielsweise eine Endoprothese eingesetzt würde, ändere sich das gesamte Informationssystem des Körpers. Knochen und Knochenmark werden durch Metall ersetzt, Muskeln durchtrennt und Nerven beeinträchtigt. Durch die neuen Strukturen im Organismus, findet ein Umlernen statt, das durch neuroathletisches Training unterstützt werden könnte.

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