»Glow Coffee« ist laut einer Verbraucherschützerin kein Gamechanger für schöne Haut. / © Getty Images/Grace Cary
»Der Trend lebt vor allem von geschicktem Marketing – die wissenschaftliche Grundlage ist deutlich weniger glamourös als die Werbeversprechen«, sagt Daniela Krehl. Laut der Ernährungswissenschaftlerin bei der Verbraucherzentrale Bayern werde Kollagenpulver häufig als Wundermittel für straffe Haut, kräftige Haare oder feste Nägel angepriesen. »Doch dafür gibt es nach unserer Einschätzung keine überzeugenden Belege«, so die Verbraucherschützerin.
Krehl erklärt das Grundproblem: »Kollagen, das wir essen oder trinken, landet nicht einfach in der Haut. Es wird im Verdauungstrakt zunächst in kleine Eiweißbausteine zerlegt – genauso wie das Eiweiß aus Joghurt, Bohnen oder einem Frühstücksei.« Der Körper entscheide dann, wo er diese Bausteine benötigt. »Es gibt also keinen Mechanismus, der sie gezielt in Falten oder schlaffe Haut schickt«, sagt Krehl.
Zwar zeigen laut der Expertin einzelne Studien kleine Verbesserungen der Hautfeuchtigkeit oder -elastizität. Viele dieser Untersuchungen seien jedoch klein, von kurzer Dauer oder von Herstellern finanziert. Deshalb lasse sich daraus keine allgemeine Empfehlung ableiten. Auch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat Krehl zufolge bislang keinen Health Claim zugelassen, der eine Verbesserung der Haut durch Kollagen belegt.
Wer also Kollagen in den Kaffee rührt, bekommt vor allem eines: »Teuren Eiweißzusatz, aber keinen garantierten Glow«, so Daniela Krehl. Es mache wissenschaftlich auch keinen entscheidenden Unterschied, ob man ein teures Markenprodukt oder günstiges Pulver aus der Drogerie verwendet: »Höhere Preise bedeuten auf jeden Fall nicht automatisch eine bessere Wirkung.«
Und was ist mit der Dosis? Anbieter verweisen auf eine Menge von etwa einem Esslöffel für den Kaffee, das seien circa 10 bis 15 g Kollagenpulver. »Wie viel Kollagen sinnvoll wäre, lässt sich aus den genannten Gründen nicht seriös beantworten. Die in Studien verwendeten Mengen liegen meist zwischen etwa 2,5 und 10 g täglich«, so die Verbraucherschützerin.