Die Hepatits-A-Impfung schützt wirksam. / © Getty Images/andreswd
Im Süden Italiens hat es seit Jahresbeginn überdurchschnittlich viele Hepatitis‑A‑Erkrankungen gegeben. Die Stadt Neapel hat daher der Gastronomie untersagt, rohe Meeresfrüchte zu servieren. Außerdem empfiehlt sie der Bevölkerung, auch zu Hause auf rohe Meeresfrüchte zu verzichten.
Hepatitis‑A‑Viren werden vor allem über verunreinigtes Trink‑ und Badewasser und Lebensmittel übertragen. Bei letzteren sind beispielsweise Muscheln, Datteln, getrocknete Tomaten oder Salat relevante Infektionsquellen, wie das Robert-Koch‑Institut (RKI) im »Epidemiologischen Bulletin« (14/2025) aufzählt.
Eine Infektion zeigt sich durch grippeähnliche Symptome wie Fieber, ein allgemeines Krankheitsgefühl, Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen. Außerdem können sich Haut und Bindehaut gelb verfärben, weshalb Hepatitis A auch Reisegelbsucht genannt wird. Der Deutschen Leberstiftung zufolge heilt die Entzündung zwar in aller Regel ohne Komplikationen aus, es können aber Leberschäden bleiben.
Hepatitis‑A-Infektionen lassen sich durch Impfungen wirksam verhindern, heißt es von der Deutschen Leberstiftung. Die Experten raten, sechs bis acht Wochen vor Reisebeginn eine Beratung zum Impfschutz in Anspruch zu nehmen.
Für Hepatitis A besteht dem RKI zufolge eine Impfempfehlung bei Reisen nach Mittel‑ und Südamerika, nach Afrika sowie nach Asien. Auch für Reisen in osteuropäische Länder ist eine Hepatitis‑A‑Impfung sinnvoll. Gefährdete Personen sollten sich ebenfalls impfen lassen, zum Beispiel bei Lebererkrankungen, Sexualverhalten mit hoher Infektionsgefährdung, Hämophilie oder Bewohner psychiatrischer oder vergleichbarer Einrichtungen. Auch bei beruflicher Gefährdung ist die Impfung empfohlen.
Eine Grundimmunisierung besteht aus zwei Impfungen im Abstand von sechs bis zwölf Monaten. Eine gute Nachricht für alle, die das Thema erst kurz vor ihrer Reise anpacken: Bereits zwei Wochen nach der ersten Impfung haben die meisten Geimpften einen ausreichenden Schutz aufgebaut, so die Deutsche Leberstiftung.
Ob immunkompetente Personen nach erfolgter Grundimmunisierung eine Auffrischimpfung benötigen, ist laut RKI nicht abschließend geklärt. Studien hätten die Schutzdauer für bis zu 20 Jahre untersucht; Hochrechnungen ließen erwarten, dass mehr als 90 Prozent der Geimpften für eine Dauer von bis zu 30 bis 40 Jahren geschützt sind. Ob eine Auffrischimpfung nötig ist, sollte individuell beurteilt werden. Vor allem bei Immundefizienten kann dies nötig sein.
Wer in Gebieten unterwegs ist, in denen Hepatitis A verbreitet ist, sollte umso mehr auf eine sorgfältige Hände‑ und Lebensmittelhygiene achten. Das Infektionsrisiko lässt sich senken, indem man am besten nur Lebensmittel verzehrt, die ausreichend erhitzt wurden. Hier gilt das Sprichwort: »Cook it, peel it, boil it or forget it«.
Eine häufige Ansteckungsquelle ist kontaminiertes Trinkwasser. Sicher sind abgekochtes Wasser oder Wasser aus Flaschen mit versiegeltem Originalverschluss. Auf Eiswürfel im Getränk und diverse Speisen wie rohe Meeresfrüchte, Salate oder offen angebotenes Speiseeis verzichten Urlauber besser.
Hepatitis‑B‑Viren werden über Körperflüssigkeiten wie Blut, Sperma, Vaginalsekret oder Speichel übertragen. Anstecken kann man sich auch über gemeinsam benutzte Gegenstände wie Rasierklingen, Sexspielzeug, Spritzen oder Zahnbürsten, so das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG).
Auch Hepatitis‑B‑Viren können eine Leberentzündung mit grippeähnlichen Symptomen verursachen. Bei diesem Erreger droht ein chronischer Verlauf einhergehend mit einem Risiko für Folgeerkrankungen wie Leberzirrhose oder Leberzellkrebs.
Vor einer Infektion mit HBV schützt die Hepatitis-B-Impfung. Sie wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut (RKI) als Standardimpfung für alle Kinder empfohlen. Die Grundimmunisierung sollte möglichst frühzeitig erfolgen.
Ebenfalls empfohlen wird die Impfung für Erwachsene, insbesondere für Personen mit erhöhtem Risiko. Dazu zählen beispielsweise HIV-Positive, Dialysepatienten, Kontaktpersonen zu an Hepatitis B erkrankten Personen, Personen mit Sexualverhalten mit hohem Infektionsrisiko, Personal von medizinischen Einrichtungen und Ersthelfer.
Experten raten grundsätzlich allen Menschen, die noch nie mit Hepatitis B infiziert waren, sich gegen das Virus impfen zu lassen. Die Impfung unterbindet eine Infektion nicht nur von vornherein, sondern schützt auch vor dem ebenso gefährlichen Hepatitis-D-Virus, das nur gemeinsam mit Hepatitis B auftreten kann.