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Hormone, Gesellschaft, Geschlecht
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Warum Frauen doppelt so häufig an Depressionen erkranken

Hormonelle Umbrüche und gesellschaftliche Umstände erhöhen das Risiko, an einer Depression zu erkranken, beim weiblichen Geschlecht. PTA-Forum erklärt, welche Phasen besonders vulnerabel machen und welche Hilfen es gibt.
AutorKontaktNicole Schuster
Datum 17.10.2025  16:00 Uhr

Wechseljahre schlagen aufs Gemüt

Auch die Wechseljahre machen viele Frauen anfälliger für Depressionen. In dieser Lebensphase können sich hormonelle Veränderungen stark auf die seelische Gesundheit auswirken. Im Zuge der abfallenden Werte von Östrogen und Progesteron verändert sich auch die Regulation wichtiger Botenstoffe im Gehirn, etwa Serotonin und Dopamin, die für Stimmung und Antrieb verantwortlich sind.

Laut Studien leiden etwa 80 Prozent der Frauen in dieser Zeit unter Hitzewallungen oder innerer Unruhe. Etwa 70 Prozent beschreiben Stimmungsschwankungen und 50 bis 60 Prozent haben dauerhaft Schlafprobleme, vor allem Durchschlafstörungen in der späten Perimenopause. Ebenfalls verbreitet, nämlich bei 40 bis 60 Prozent der Frauen, sind »Brain-Fog«-Symptome, zum Beispiel Gedächtnis-, Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen – die wiederum durch schlechten Schlaf und Hitzewallungen angefeuert werden.

Die kognitiven Symptome können leicht mit einer Depression verwechselt werden. Wichtig ist daher, im Einzelfall festzustellen, ob es sich um klimakterisch bedingte Beschwerden oder um eine eigenständige depressive Episode handelt. Hinzu kommen psychosoziale Aspekte, wie der Auszug der Kinder, das Älterwerden an sich, körperliche Veränderungen oder eine Veränderung in der Partnerschaft, die in dieser Phase belasten können. Körperliche Symptome einerseits und psychosoziale Faktoren andererseits können depressive Verstimmungen verstärken oder eine manifeste Depression begünstigen.

Für die Behandlung stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Psychotherapeutische Verfahren helfen, innere Konflikte zu verarbeiten und neue Bewältigungsstrategien zu entwickeln. Eine Hormontherapie kann klimakterische Beschwerden lindern und psychisch stabilisieren. Antidepressiva sind bei ausgeprägten depressiven Episoden angezeigt. Lebensstilmaßnahmen wie ausreichend Bewegung, Achtsamkeit und eine ausgewogene Ernährung unterstützen das seelische Wohlbefinden zusätzlich.

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