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Personalisierte Medizin
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Warum Impfungen für Männer und Frauen unterschiedlich sein können

In der Corona-Pandemie haben Forscher Daten im damals abgeriegelten Neustadt am Rennsteig gesammelt. Daraus haben die Wissenschaftler auch Erkenntnisse über Geschlechterunterschiede gewonnen.
AutorKontaktdpa
Datum 08.10.2026  14:00 Uhr
Warum Impfungen für Männer und Frauen unterschiedlich sein können

Beim Impfen und Medikation sollten Ärzte nach den Ergebnissen einer aktuellen Arbeit von Forschern der Uniklinik Jena stärker als bislang auf Alter und Geschlecht ihrer Patienten achten. Bei Impfempfehlungen beispielsweise wäre es aus seiner Sicht grundsätzlich sinnvoll, zwischen Männern und Frauen zu unterscheiden, sagte der Direktor des Instituts für Infektionsmedizin und Krankenhaushygiene dieses Klinikums, Mathias Pletz, der Deutschen Presse-Agentur.

Das könne zum Beispiel bedeuten, für Männer ab einem Alter von 50 Jahren eine Impfempfehlung zur Immunisierung gegen bestimmte Krankheiten auszusprechen, während es eine solche Empfehlung für Frauen erst ab einem Alter von 55 oder 60 Jahren gebe. »Das wäre für beide Geschlechter von Vorteil«, sagte Pletz. Forscher in seinem Bereich hätten in einer Studie zeigen können, dass das Immunsystem von Frauen und Männern unterschiedlich schnell altere.

Dosis oder Zeitpunkt anpassen

Eine andere Möglichkeit auf diese Unterschiede zwischen den Geschlechtern zu reagieren, könne sein, die Impfdosen anzupassen, sagte Pletz. Es sei in der Forschung seit längerem bekannt, dass Frauen oft stärkere Impfreaktionen zeigten als Männer. Dazu gehörten bei ihnen stärkere Rötungen und Schmerzen an der Einstichstelle oder auch eine stärkere Abgeschlagenheit infolge solcher Immunisierungen.

Beide Optionen – entweder den Zeitpunkt der Gabe von medizinischen Substanzen oder deren Dosis anzupassen – gebe es auch dann, wenn Patienten infolge einer Erkrankung Medikamente bräuchten, sagte Pletz. Ihm zufolge sind die Mediziner bei der Behandlung von Krebspatienten auf dem Weg zu einer möglichst stark personalisierten Medizin bereits weit. In vielen anderen Bereichen dagegen werde noch zu oft von 70 Kilogramm schweren Männern als Normpatienten ausgegangen.

»Bei der Sepsis bräuchten wir definitiv eine personalisierte Medizin«, sagte Pletz. Eine solche umgangssprachlich als Blutvergiftung bekannte Krankheit entwickele sich oft innerhalb von Stunden. »Da fehlt uns schlichtweg die Zeit für Behandlungen, die nicht schnell anschlagen.« Bei einer Sepsis handelt es sich um die schwerste Form einer Infektion. Sie kann aus jeder Infektion entstehen und endet fast immer tödlich, wenn sie nicht rechtzeitig behandelt wird.

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