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Depressionen und Ängste nehmen zu
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So wirkt sich die Dauerkrise auf die Psyche aus

Pandemie, Kriege, Inflation: Die Krisen der vergangenen Jahre hinterlassen Spuren in der Psyche vieler Menschen. Besonders belastet fühlen sich die Jüngeren. Was heißt das – auch für die Prävention?
AutorKontaktdpa
Datum 05.10.2026  17:00 Uhr

Viele Deutsche haben Angst vor Geldnöten, Migration und Krieg. Doch bedeuten mehr Krisen auch mehr psychische Belastung? Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen bejahen das. Seit dem Jahr 2020 zeigten sich beim seelischen Wohlbefinden in Deutschland Negativ-Trends. Ein Hotspot aktuell: junge Frauen.

Hat sich die psychische Gesundheit in Deutschland verschlechtert?

»Meine Antwort ist ja«, sagt Andreas Meyer-Lindenberg, Leiter des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit in Mannheim. »Es gibt diese Abfolgen von Krisen. Erst die Pandemie, dann der Angriffskrieg auf die Ukraine mit all seinen auch wirtschaftlichen Folgen. Das wird in Deutschland auch als gesamtgesellschaftliche Bedrohung wahrgenommen.«

Eine stärkere psychische Belastung der Bundesbürger belegen repräsentative Umfragen des Robert-Koch-Instituts (RKI). »Wir sehen tatsächlich seit 2020 einen ansteigenden Trend, etwa eine Zunahme von depressiven Symptomen und Angstsymptomen in der Bevölkerung«, berichtet Caroline Cohrdes, kommissarische Leiterin des Fachgebiets Psychische Gesundheit am RKI. »Insgesamt kann man sagen, dass sich die psychische Gesundheit in Deutschland verschlechtert hat.«

Psychische Gesundheit in Deutschland: Was sagen die RKI-Zahlen genau?

Der Anteil von depressiven Symptomen bei den Erwachsenen in der Bevölkerung liegt in der Befragung für 2024 bei rund 22 Prozent. Diese Angaben spiegeln sich im vergleichbaren Zeitraum in hausärztlichen oder psychotherapeutischen Praxen: Diagnosen depressiver Störungen im ambulanten Bereich lagen 2023 bei etwa 17 Prozent, sagt Cohrdes. Ähnliche Tendenzen zeigen sich auch in anderen RKI-Daten zur psychischen Gesundheit.

28 Prozent der befragten Erwachsenen schätzten ihr psychisches Wohlbefinden 2024 als eher schlecht ein. Nur rund 11 Prozent fühlten sich eher gut. »Das ist ein überraschend niedriges Ergebnis«, erläutert die Forscherin. »Seit den Pandemiejahren sehen wir in verschiedenen Bereichen der psychischen Gesundheit auffällig steigende negative Tendenzen.« Daten für 2025 sind bislang nicht abschließend ausgewertet.

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