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Skepsis, Faulheit, Unwissen
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Warum manche noch nicht geimpft sind

Steigende Inzidenzen wecken bei vielen Menschen Sorge vor einer vierten Corona-Welle im Herbst – auch angesichts des sinkenden Impftempos. Was über die Impfbereitschaft der Bevölkerung bekannt ist, und wie sich die Impfquote steigern ließe.
AutorKontaktdpa
Datum 05.08.2021  16:00 Uhr

Welche konkreten Maßnahmen könnten die Impfquote steigern?

Gerade jüngeren Menschen mit eher geringer Risikowahrnehmung müsse man die Impfung so leicht wie möglich machen, sagt Schmid-Küpke. »Impfen quasi im Vorbeigehen«, wie das etwa bei Ikea in Berlin gemacht werde. Die Cosmo-Studie stellt fest: »Wer kein Verweigerer ist, fühlt sich eher von praktischen Barrieren vom Impfen abgehalten.« Sie rät: »Praktische Barrieren sollten abgebaut werden«, der Zugang zu Impfungen sollte »so einfach wie möglich sein« – etwa in Apotheken oder Einkaufszentren, aber auch am Arbeitsplatz und im Bildungssektor. »So können große Gruppen mit vielen Kontakten erreicht werden und der Aufwand, an eine Impfung zu kommen, wird drastisch reduziert.« Dadurch erreiche man neben jüngeren Menschen besonders Männer, Menschen mit Kindern, niedrigerer Bildung oder Migrationshintergrund.

Wie stehen die Menschen zu einer Impfpflicht?

»Aktuell sind nur etwa 14 Prozent der Befragten eindeutig für eine allgemeine Impfpflicht (starke Zustimmung)«, heißt es nach der jüngsten Cosmo-Befragung Mitte Juli. »Das ist der niedrigste Wert seit Beginn der Erhebung.« Grundsätzlich könne eine Impfpflicht für viel Ärger sorgen und letztlich kontraproduktiv sein, betont Betsch: »Die Leute könnten sich aus Ärger organisieren, um gegen Corona-Maßnahmen zu protestieren – wie jüngst in Frankreich. Möglicherweise unterlassen sie dann andere Schutzmaßnahmen und lehnen auch andere Impfungen ab. Dann hätten wir nichts gewonnen.«

Auch der Freiburger Politologe Wagschal sieht eine Impfpflicht kritisch, nicht nur aus verfassungsrechtlichen Gründen: »Solche Zwangsmaßnahmen passen nicht zu einem freiheitlichen Rechtsstaat«, betont er. Man solle eher positive Anreize und niedrigschwellige Impfangebote für schwer erreichbare Gruppen verbessern. Auch könnte es eine bessere Aufklärung in verschiedenen Sprachen geben.

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