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Krebstherapie
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Wechselwirkung mit Matcha möglich

Matcha wird in den Sozialen Medien als Gesundgetränk gefeiert. Dabei kann das grüne Pulver auch schaden. Menschen mit Krebs müssen aufpassen, informiert der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ). 
AutorKontaktIsabel Weinert
Datum 16.04.2026  12:00 Uhr

Um Matcha herzustellen, werden spezielle, besonders hochwertige Grünteeblätter zu feinstem Pulver vermahlen, das man – anders als bei Tee aus Blättern – mittrinkt. Ob die Produkte in jedem Fall die Qualität bieten, die die genuine Herstellung verspricht, ist nicht sicher, weil der Begriff Matcha lebensmittelrechtlich nicht geschützt ist, schreibt der Krebsinformationsdienst.

Der wertvolle Inhaltsstoff von Grüntee heißt Epigallocatechingallat (EGCG), ein antioxidativ wirksames Polyphenol. Allerdings bedingt seine Struktur, dass er mit Medikamenten interagieren kann, auch wenn Forschende die Mechanismen und die Bedeutung der Interaktion noch nicht bis ins Detail kennen.

Bei Krebstherapien diskutieren sie folgende Interaktionen: EGCG kann in der Leber die Aktivität von CYP3A4 hemmen. Dieses Enzym spielt eine wichtige Rolle in der Metabolisierung von Onkologika. Die an sich gewünschte antioxidative Eigenschaft von EGCG könnte sich zudem nachteilig auf die Wirksamkeit einer Chemo- oder Strahlentherapie auswirken, so der Krebsinformationsdienst. Forschende vermuten auch, dass Medikamente unter gleichzeitiger Anwesenheit von EGCG schlechter aus Zellen heraustransportiert werden könnten, weil das Polyphenol das Membranprotein P-Glykoprotein hemmt. Zudem wirkt EGCG antagonistisch auf den Proteasom-Inhibitor Bortezomib, der einer Klasse von Krebsmedikamenten angehört. Wechselwirkungen existieren außerdem wahrscheinlich mit 5-Fluorouracil, Sunitinib sowie Palbociclib, einem CDK4/6-Inhibitor.

Dürfen Menschen mit Krebstherapie also keinen Matcha oder Grünen Tee trinken? Der Krebsinformationsdienst ordnet Wechselwirkungen eher als unwahrscheinlich ein, wenn Betroffene im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung »normale« Mengen an Matcha trinken. Als »normal« können beratende PTA den gelegentlichen Genuss definieren. Zudem sollten Menschen mit Krebstherapie im Zweifel mit ihrem Arzt besprechen, welchen zeitlichen Abstand sie einhalten sollen zwischen dem Trinken des Tees und der Anwendung von Medikamenten. 

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