Beim PMOS treten nicht vermehrt Zysten auf, was der frühere Name suggerierte. Es handelt sich um unreife, vergrößerte Follikel. (Symbolbild) / © Getty Images/megaflopp
Das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) soll fortan polyendokrines metabolisches Ovarialsyndrom (PMOS) heißen. An dem mehrstufigen globalen Konsensprozess zur Umbenennung waren 56 Fachgesellschaften und Patientenorganisationen beteiligt. Das Positionspapier wurde im Fachjournal »The Lancet« veröffentlicht.
Jede achte Frau ist von der Erkrankung betroffen, weltweit also mehr als 170 Millionen Frauen. Sie ist durch ein hormonelles Ungleichgewicht etwa bei Insulin, Androgenen und weiblichen Sexualhormonen gekennzeichnet, was sich auf Gewicht, Stoffwechsel, psychische Gesundheit, Haut und Fortpflanzungssystem auswirkt.
»Wir wissen heute, dass es tatsächlich keinen Anstieg abnormaler Zysten am Eierstock gibt und die vielfältigen Merkmale der Erkrankung oft nicht erkannt wurden«, erklärte Professor Dr. Helena Teede, Leiterin des Monash Centre for Health Research & Implementation in Melbourne, Australien, die federführend an dem Konsensusprozess beteiligt war. Bis zur Diagnosestellung vergingen oft bis zu zwei Jahre mit zahlreichen Arztbesuchen.
Durch den neuen Namen sollen Diagnose, Versorgung, Forschung und öffentliche Wahrnehmung verbessert werden. Die Umbenennung, etwa in Informationsmaterial und Leitlinien, soll schrittweise nach Veröffentlichung des Konsenspapiers erfolgen und innerhalb von drei Jahren abgeschlossen sein.
Die Therapie des PMOS richtet sich laut der im vergangenen Jahr erschienenen nationalen Leitlinie nach den Symptomen. Die Grundlage bilden Lebensstiländerungen, eine gesunde Ernährung und körperliche Aktivität. Die Pharmakotherapie erfolgt in der Regel im Off-Label-Use.