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Kaufsucht
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Warum wir zu viel kaufen und was dagegen hilft

Das Konto ist leer, der Schrank voll – und die Schuldgefühle sind riesig. Kaufsucht kann sich langsam einschleichen und extreme Folgen haben. Was hilft Betroffenen?
AutorKontaktdpa
Datum 26.08.2026  10:00 Uhr

Beim Einkaufen nach der Arbeit ist der Einkaufswagen voll, obwohl man eigentlich nur drei Sachen brauchte. Später beim Surfen im Internet will man lediglich nach einer Jeans schauen, bestellt dann aber noch mehrere Shirts und Jacken mit. Irgendwie landet man auf der Seite eines Möbelhauses, den diversen Deko-Artikeln kann man einfach nicht widerstehen – ein Klick und sie sind gekauft.

Mehr zu kaufen als man braucht, ist in unserer Gesellschaft normal, zumindest in den meisten Fällen. Doch manchmal steckt dahinter eine Sucht – und die kann dramatische Folgen haben. »Problematisch wird es, wenn Kaufen regelmäßig zur Stimmungsregulation genutzt wird«, sagt Jan Michael Rasimus, Experte für Konsumentenverhalten aus Karlsruhe.

Generell gilt: Wir Menschen setzen beim Einkaufen nicht nur unseren Verstand ein, auch Emotionen sind mit im Spiel. Kaufen kann Spaß machen, es kann uns belohnen, trösten, motivieren. Und es kann unangenehme Gefühle wie Frust, Stress oder Einsamkeit für einen Moment übertünchen.

Eine große Kauflust ist dabei noch kein Indiz für eine Kaufsucht. Die entscheidenden Faktoren sind laut Rasimus andere, nämlich: Kontrollverlust, Leidensdruck und negative Folgen für den oder die Betroffene. Als eigenständige Erkrankung in psychiatrischen Diagnosesystemen ist Kaufzwang bislang nicht anerkannt. Kaufsucht wird jedoch in der Psychologie als eine Form der Impulskontrollstörung eingestuft.

Kaufsucht: Shoppen, um Emotionen zu kontrollieren

Menschen mit Kaufsucht nutzen das Einkaufen zur Kontrolle ihrer Emotionen. In dem Moment fühlen sie sich gut oder wenigstens nicht mehr so schlecht wie vorher. »Dieser Moment wird jedoch immer kürzer«, sagt die Professorin Astrid Müller, leitende Psychologin und Lehrverantwortliche an der Medizinischen Hochschule Hannover.

Betroffene gleiten allmählich in die Sucht – ähnlich wie bei einem Alkoholiker, der zunächst regelmäßig abends ein Gläschen Wein trinkt und dann eine größere Menge braucht, um sich entspannen zu können.

Bei Kaufsüchtigen greift ebenfalls ein Gewöhnungseffekt, auch sie brauchen mit der Zeit immer mehr. »Was früher als kleine Belohnung gereicht hat, reicht irgendwann vielleicht nicht mehr aus. Dann werden Käufe häufiger, teurer oder riskanter«, so Rasimus. Zudem gewinnt das Thema an Priorität, zwanghaft kreisen die Gedanken um den nächsten Einkauf.

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