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Laryngitis
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Was dem Kehlkopf hilft

Die Stimme ist rau, es besteht Hustenreiz, der Rachen schmerzt – wenn sich der Kehlkopf entzündet, ist das meist harmlos. Welche Mittel helfen und wann doch der Notarzt gefragt ist.
AutorKontaktBarbara Döring
Datum 30.10.2026  08:00 Uhr

Im Sommer dieses Jahres musste Rod Stewart kurz vor Beginn eines Konzerts seinen Auftritt absagen. Ein akuter viraler Infekt hatte bei ihm zu einer Kehlkopfentzündung geführt. Sein Arzt riet ihm, zu pausieren. Stimmschonung ist tatsächlich eine der wichtigsten Maßnahmen bei akuter Laryngitis. Die Beschwerden bessern sich meist innerhalb weniger Tage und sind in der Regel nach ein bis drei Wochen vollständig ausgeheilt. Wie auch beim britischen Rockmusiker ist eine virale Infektion der oberen Atemwege der häufigste Grund, wenn sich der Kehlkopf entzündet. Meist sind Rhinoviren die Verursacher, seltener auch Influenzaviren, Parainfluenzaviren, Adenoviren oder Masernviren.

Als Kehlkopf – medizinisch Larynx – bezeichnet man den Bereich der Atemwege, an dem der Rachen in die Luftröhre übergeht. Er besteht aus mehreren miteinander verbundenen Knorpeln und verhindert, dass beim Schlucken Speisen in die Luftröhre gelangen. Die im Kehlkopf gelegenen Stimmlippen, in deren Inneren sich die Stimmbänder befinden, erzeugen zudem durch Schwingungen die menschliche Stimme.

Kommt es zur Entzündung, schwellen die Stimmlippen an. Die Stimme verändert sich von leichter Heiserkeit bis hin zu vollständigem Stimmverlust (Aphonie). Oft klagen die Patienten über trockenen, zum Teil bellenden Husten. Manchmal besteht ein Fremdkörpergefühl im Hals. In seltenen Fällen sind die entzündeten Stimmlippen so stark geschwollen, dass Atemnot auftritt. Bei Kindern ist diese Komplikation häufiger.

Pseudokrupp bei Kindern

Entwickelt sich bei Kindern im Rahmen eines viralen Infekts eine akute Kehlkopfentzündung, kann durch die verengten Atemwege starke Atemnot entstehen. Typisch sind ein trockener, bellender Husten (Krupphusten) sowie unterschiedlich stark ausgeprägte Atemnot. In diesem Fall ist von Pseudokrupp die Rede. Die Symptome treten meist sehr plötzlich am Abend oder in der ersten Nachthälfte auf. Beim Einatmen ist ein zischendes, pfeifendes Atemgeräusch – der sogenannte Stridor – vernehmbar. Aufregung kann die Atemnot zusätzlich verstärken und zu einer bedrohlichen Atemwegsverengung führen.

Bei ausgeprägter Atemnot, Atemgeräuschen in Ruhe, Blaufärbung der Lippen oder deutlicher Atemanstrengung sollte umgehend der Notruf verständigt werden. In seltenen Fällen kann im Notfall eine Intubation nötig sein. Ein typisches Zeichen für Atemnot beim Kind ist es, wenn sich die Haut zwischen den Rippen beim Atmen einzieht, die Nasenflügel beben, sich die Atemgeräusche verstärken, die Haut blass ist und sich die Lippen verfärben.

Sind die Hustenanfälle nicht ganz so schlimm, kann der Kinder- und Jugendarzt Medikamente wie Kortisonzäpfchen oder -saft und Inhalatoren verschreiben, welche die Schleimhaut abschwellen lassen. Das Kind sollte beim Husten möglichst aufrecht sitzen, damit es besser atmen kann. Hat sich der Husten beruhigt, können die Eltern etwas Kühles in kleinen Schlucken zu trinken geben, am besten Wasser oder Tee. Kinder, die in einer Wohnung leben, in der geraucht wird, haben ein höheres Risiko, Pseudokrupp-Anfälle zu entwickeln. Eltern und Gäste sollten deshalb prinzipiell auf das Rauchen in den Innenräumen verzichten.

Nicht immer ist ein Infekt die Ursache, wenn der Kehlkopf gereizt ist. Gerade bei Sängern oder Menschen, die beruflich viel sprechen, kann eine Laryngitis auch durch die mechanische Belastung entstehen, ohne dass Viren im Spiel sind. Sprechen, Singen oder auch Schreien können starke und schnelle Vibrationen der Stimmlippen verursachen und so zur Überlastung führen. Das Gleiche kann bei chronischem Husten oder häufigem Räuspern der Fall sein.

Auch Substanzen wie Tabakrauch, eingeatmete Chemikalien oder Allergene strapazieren auf Dauer den Kehlkopf. Wer zudem unter Sodbrennen leidet, kann einen laryngopharyngealen Reflux entwickeln. Dabei kommt es durch das Aufstoßen von saurem Mageninhalt zur wiederholten Reizung und Entzündung des Kehlkopfs. Auch die langfristige Anwendung inhalativer Kortikosteroide kann durch lokale Schleimhautreizungen oder Pilzinfektionen Heiserkeit und Kehlkopfbeschwerden begünstigen.

Nicht flüstern

Um die Beschwerden nicht weiter zu verschlimmern, ist es wichtig, dass Patienten mit akuter Laryngitis ihre Stimme schonen. Dabei gilt es, möglichst nicht oder nur wenig zu reden. Wenn nötig, sollten Patienten normal sprechen und nicht flüstern. Flüstern bringt – anders als häufig vermutet – keine Linderung, sondern kann die Symptome eher verstärken, da sich dabei der Druck auf die Stimmlippen erhöht. PTA können Kunden zudem den Tipp geben, im Wohnraum einen Luftbefeuchter aufzustellen und ausreichend zu trinken, damit die Schleimhäute gut durchfeuchtet werden. Zu empfehlen sind warme, nicht zu heiße Getränke.

Inhalationen mit Kochsalzlösung können die Schleimhäute befeuchten. Pflanzliche Zusätze wie Salbei oder Eibisch werden ebenfalls angewendet. Gurgeln hilft allerdings nicht, da die Lösung den Kehlkopf nicht erreicht. Ein warmer Halswickel regt die Durchblutung an und kann so den Heilungsprozess fördern. Schmerzt der Rachen, sind Analgetika wie Ibuprofen oder Paracetamol hilfreich. Auch Lutschtabletten oder Sprays mit analgetischen und antiseptischen Wirkstoffen lindern den Schmerz und beruhigen die Schleimhaut (wie neo-angin®, Dolo-Dobendan® Direkt). Bei angeschlagener Stimme helfen zudem Halstabletten mit Hyaluronsäure und Filmbildnern oder Spezialextrakt aus Isländisch Moos, die einen anhaltenden Schutzfilm auf der Rachenschleimhaut bilden (wie GeloRevoice®, isla® med voice).

Kortison bei Kindern

Nur in seltenen Fällen sind bei einer Laryngitis Antibiotika angezeigt, da sie in der Regel viral bedingt ist. Bei einer bakteriellen Superinfektion kann eine antibiotische Therapie jedoch sinnvoll sein. Um die Entzündung zu lindern, kommt in manchen Fällen einer akuten Laryngitis zudem Kortison zum Einsatz. Das kann vor allem bei Kleinkindern der Fall sein.

Nicht immer ist der Verlauf einer Laryngitis unkompliziert. Hält die Heiserkeit nach zwei Wochen an, ist eine ärztliche Untersuchung angeraten. Mittels Kehlkopfspiegelung oder flexibler Endoskopie kann der Kehlkopf untersucht werden. Dabei lassen sich andere als virale Auslöser, etwa gutartige oder bösartige Läsionen, erkennen.

Eine über mehrere Wochen anhaltende Entzündung kann in eine chronische Laryngitis übergehen. Sie tritt bei Erwachsenen ab dem 50. Lebensjahr vermehrt auf. Ihr liegen oft Sodbrennen, Rauchen oder starker Alkoholkonsum zugrunde. Die Behandlung zielt dann darauf ab, die Auslöser zu meiden. Manchmal kann eine Stimmtherapie sinnvoll sein. Die Patienten lernen dabei, bestimmte Verhaltensweisen, die auf die Stimme schlagen, etwa häufiges Räuspern oder falsches Sprechen, zu vermeiden und so den Kehlkopf zu schonen.

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