Für den Körper ist das Stechen eines Tattoos wie eine Wunde – und darauf reagiert er mit Entzündungsreaktionen. / © Getty Images/Olga Pankova
»Für den Körper ist ein Tattoo eine Wunde, auf die er reagiert wie auf eine andere Verletzung, also mit Durchblutungssteigerung, Schwellung und Einwanderung von Immunzellen«, erklärt die Dermatologin Dr. Michaela Axt-Gadermann, Professorin für Gesundheitsförderung an der Hochschule Coburg. »In experimentellen Hautmodellen wurden nach Tätowierung erhöhte Entzündungsmediatoren wie IL-1α, IL-6 und IL-8 gemessen, die vor allem in den ersten 24 bis 48 Stunden deutlich erhöht waren und dann abnahmen. Das zeigt, dass ein Tattoo eine echte biologische Entzündungsreaktion hervorruft.«
Beschwerden wie Müdigkeit, Frösteln oder allgemeines Krankheitsgefühl können auftreten, weil »bei Entzündungen, egal ob durch Infekte, großflächige Verletzungen oder großflächige Tattoos, das Immunsystem aktiviert wird. Stresshormone können zusätzlich das Risiko für Infektionen erhöhen, da dadurch die Abwehr geschwächt wird.«
Auch die Tätowierfarbe bedeutet Stress fürs Immunsystem. »Pigmentpartikel werden von Immunzellen aufgenommen und können bis in die Lymphknoten gelangen.« Und natürlich gilt: »Je länger die Sitzung, desto mehr behandelte Haut, mehr Schmerzen, längere körperliche Anspannung, mehr Adrenalin- und Cortisolausschüttung«, weiß Axt-Gadermann.