| Isabel Weinert |
| 29.10.2026 16:00 Uhr |
Ob ein Mensch schon früh morgens Bäume ausreißen könnte oder kaum aus den Federn kommt, spielt für seine Gesundheit langfristig eine Rolle. / © Adobe Stock/LIGHTFIELD STUDIOS
Die Wissenschaftler bestimmten im Jahr 2012 den Chronotyp nicht pensionierter Teilnehmender der Northern Finland Birth Cohort 1966. Die Menschen waren damals 46 Jahre alt, die Nachbeobachtung lief über zwölf Jahre. Welchem Chronotyp die einzelnen Teilnehmer entsprachen, ermittelten die Wissenschaftler mit dem Morningness-Eveningness-Fragebogen (MEQ), einem wissenschaftlich fundierten, eigens zu diesem Zweck schon lange etablierten Test.
Insgesamt 253 Männer (knapp jeder zehnte) und 381 Frauen (etwa jede achte) ließen sich dem Abendtyp zuordnen, also den »Nachteulen«. Sie wiesen im Vergleich mit den Morgentypen ein etwa 1,7-fach erhöhtes Risiko (das entspricht etwa 70 Prozent) dafür auf, in den folgenden zwölf Jahren eine Erwerbsminderungsrente zu erhalten.
Über die Gründe besteht noch keine Klarheit. Als Hauptursache scheint den Forschenden die allgemein schlechtere Gesundheit der Abendtypen naheliegend. Zudem könnte das Leben gegen die eigene innere Uhr, das diesen Menschen aufgezwungen wird, weil sich gesellschaftliche und berufliche Vorgaben meist an Frühaufstehern orientieren, eine wesentliche Rolle spielen und gleichwohl auch die Gesundheit negativ beeinflussen. Hinzu kommt, dass Nachtmenschen eher zu einem weniger gesunden Lebenswandel neigen, im Vergleich zu Morgenmenschen. Weitere Forschung ist notwendig, auch weil die höhere Zahl an Frühberentungen bei Nachtmenschen eine große Herausforderung für nachhaltige Volkswirtschaften darstelle, so die Autoren.