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Sauer hält gesund
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Was in fermentierten Lebensmitteln steckt

Bei der Fermentation wandeln Bakterien oder andere Mikroorganismen die Inhaltsstoffe eines Lebensmittels um. Viele vertraute Lebensmittel entstehen überhaupt erst durch Fermentation. So wird aus Weißkohl Sauerkraut, aus Milch Joghurt und aus Sojabohnen Tempeh. Und diese mikrobielle Gärung ist richtig nützlich.
AutorKontaktFranziska Horvat
Datum 04.05.2022  09:00 Uhr

(Fast) für Alle 

Besonders zum gesundheitlichen Nutzen milchsauer vergorener Milchprodukte gibt es neben Zell- und Tierstudien viele Beobachtungsstudien und einige kleinere Interventionsstudien. So soll sich der Verzehr günstig auf den Cholesterinstoffwechsel auswirken. Dieser Effekt wird unter anderem mit der Fähigkeit bestimmter Mikroorganismen erklärt, Cholesterol aus der Nahrung abzubauen. Studien deuten zudem darauf hin, dass das Risiko für Adipositas, Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Dickdarmkrebs sinkt, wenn fermentierte Milchprodukte auf dem Speiseplan stehen. Zudem können sie bei Darmentzündungen und Durchfallerkrankungen therapeutisch nützlich sein. Auch andere Fermentationsprodukte wie Kimchi, Sauerkraut und Natto haben das Potenzial, den Organismus günstig zu beeinflussen. Viele fermentierte Produkte, zum Beispiel Kombucha, sind noch nicht so gut erforscht. Bei dem durch ein Bakterien-Hefe-Gemisch vergorenen Tee ist beispielsweise auch der erhebliche Restzuckergehalt und der Gehalt an Alkohol von bis zu zwei Prozent zu bedenken.

Fermentierte Lebensmittel können bei manchen Menschen allerdings auch negative Reaktionen hervorrufen. Denn bei der Gärung entsteht aus der Aminosäure Histidin Histamin, ein biogenes Amin, das bei sensiblen Personen Kopfschmerzen, Übelkeit und Hautauschläge auslöst.

Wie viele der lebenden Bakterien aus fermentierten Produkten sich tatsächlich im Darm ansiedeln können, ist unklar. Wissenschaftler untersuchen immer noch, wie genau sie sich auf den Körper und die Gesundheit auswirken. Nichtsdestotrotz sind fermentierte Nahrungsmittel eine wertvolle Ergänzung für eine ausgewogene Darmmikrobiom-freundliche Ernährung. Es ist auch denkbar, dass zukünftige Erkenntnisse in Ernährungsrichtlinien einfließen könnten. 

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