| Katja Egermeier |
| 19.08.2026 15:00 Uhr |
Wetterfühligkeit ist kein Mythos. Zudem können nicht nur körperliche Beeinträchtigungen mit einem heftigen Wetterwechsel einhergehen. Viele wetterempfindliche Menschen sind an solchen Tagen auch leicht reizbar oder antriebslos. / © Getty Images/DjordjeDjurdjevic
Die sogenannte Wetterfühligkeit ist kein Mythos, sondern hängt mit dem vegetativen Nervensystem zusammen. Dieses regelt die Atmung, Verdauung und den Stoffwechsel und kann bei extremen Wetterveränderungen überreizt werden. Wie die Barmer Krankenkasse in einer Pressemitteilung erklärt, führt das bei manchen Menschen zu körperlichen Beschwerden und Unwohlsein. Bei wetterfühligen Menschen könne ein Temperaturumschwung schlimmstenfalls sogar gesundheitliche Probleme auslösen.
Etwa 46 Prozent der Bevölkerung in Deutschland sind der Meinung, dass das Wetter ihre Gesundheit beeinflusst. Das zeigte eine repräsentative Befragung des Deutschen Wetterdienstes aus dem Jahr 2021. Dafür befragte das Institut für Demoskopie Allensbach 1080 Menschen ab 16 Jahren. Zu den häufigsten Beschwerden der Wetterfühligen zählten Kopfschmerzen und Migräne, Erschöpfung und allgemeine Müdigkeit sowie eingeschränkte Leistungsfähigkeit.
»Symptome für Wetterfühligkeit sind unter anderem Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit, Kreislaufprobleme oder Schlafstörungen, die während oder kurz nach einem Temperaturwechsel eintreten«, erklärt Dr. Ursula Marschall, Leitende Medizinerin bei der Barmer. In schlimmeren Fällen könnten sogar Migräneattacken oder Schmerzen in Knochen, Gelenken und Narben auftreten. Auch eine gereizte Stimmung oder Antriebslosigkeit gingen häufig mit einem plötzlichen Temperaturumschwung einher.
Dabei gebe es Personengruppen, die besonders wetterfühlig seien: Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Asthma oder Rheuma. »Die Gelenke tun noch mehr weh als sonst und die Patienten mit Atembeschwerden kriegen schlechter Luft«, erklärt Marschall. Sind Betroffene anhaltend belastet, solle immer ein ärztlicher Rat eingeholt werden.
Um einen gesunden Körper nun gut auf Temperaturschwankungen vorzubereiten, helfe es, ihn abzuhärten, so die Expertin. Ihr Tipp: Jeden Tag eine halbe Stunde an die frische Luft gehen – und zwar bei jedem Wetter. »Ein Spaziergang reicht meist schon aus, um den Organismus anpassungsfähiger zu machen. Der Effekt kann durch Ausdauersport, ausreichend Schlaf, Kneipp-Anwendungen und Wechselduschen zusätzlich unterstützt werden«, erklärt Marschall. Wer aufgrund von Stress empfindlich auf Wetterumschwünge reagiere, solle versuchen, sich mit Yoga, Meditation oder anderen Entspannungsmethoden zu mehr innerer Ruhe zu verhelfen. Auch die Ernährung ist Marschall zufolge ein wichtiger Aspekt. So halte mediterrane Ernährung mit viel Gemüse, Salat, weniger Fleisch und ausreichend Trinken den Körper fit.
(aus unserem Archiv, im Original erschienen am 18.8.2021)