| Caroline Wendt |
| 06.07.2026 16:00 Uhr |
Eine Reinigung des Gehörgangs kann auch dann wichtig sein, wenn ein Pfropf aus Ohrenschmalz (Cerumen) Probleme verursacht. Normalerweise dient dieses körpereigene Fett dazu, den Gehörgang geschmeidig zu halten und Schmutzpartikel nach draußen zu transportieren. Doch ist – wie so oft – die Menge entscheidend, und die ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Zudem kann sich im Alter die Zusammensetzung des Cerumens verändern: Es kann trockener werden und wird dann nicht mehr so gut hinausbefördert.
Bildet sich ein fester Pfropf, empfinden Patienten das nicht nur als unangenehm, sondern es kann auch dazu führen, dass das Hörvermögen auf dem Ohr abnimmt. Insbesondere nach dem Baden oder Schwimmen können Beschwerden auftreten, da vorhandenes Ohrenschmalz durch eindringendes Wasser aufquillt und den Gehörgang verstopfen kann.
Um überschüssiges Ohrenschmalz zu entfernen, sollten Patienten keinesfalls zu Wattestäbchen greifen, da diese das Cerumen häufig noch tiefer in den Gehörgang schieben und sogar das Trommelfell verletzen können. Stattdessen empfiehlt sich bei einer vermehrten Ohrenschmalzbildung eine regelmäßige Reinigung durch einen HNO-Arzt. Wer die Ohrreinigung selbst zu Hause durchführen möchte, kann sogenannte Cerumenolytika verwenden. Diese Ohrentropfen oder Reinigungssprays weichen das Ohrenschmalz mithilfe von Alkohol und Glycerol (beispielsweise Otowaxol®) oder Meerwasserlösungen (beispielsweise Audispray®) auf, sodass es leichter aus dem Gehörgang abfließen kann.
Stellt sich nach einer Erkältung eine Hörschwäche ein, kann ein Paukenerguss die Ursache sein. Hierbei ist Flüssigkeit im Mittelohr, also im luftgefüllten Raum hinter dem Trommelfell. Häufig entsteht dies, wenn die Eustachische Röhre infolge einer Erkältung nicht richtig funktioniert. Normalerweise sorgt diese sogenannte Ohrtrompete für die Belüftung des Mittelohrs, ist für den Druckausgleich zuständig und befördert Sekrete ab. Funktioniert sie nicht richtig, kann Druckgefühl entstehen, der Mensch hört schlechter, womöglich entwickelt sich eine Mittelohrentzündung. Besonders häufig ist das bei kleinen Kindern. Bis zum sechsten Lebensjahr entwickeln etwa 80 Prozent aller Kinder mindestens einmal einen Paukenerguss. Bei ihnen ist das System der Eustachischen Röhre noch nicht richtig entwickelt, das fördert Entzündungen.
Die wichtigste Maßnahme ist, die Belüftung wiederherzustellen: also abschwellende Nasensprays oder -tropfen (etwa Otriven® oder Nasivin®). Des Weiteren sollten PTA die Patienten zum Arzt verweisen, um eine Mittelohrentzündung auszuschließen. Doch selbst bei bestehender Otitis media rät die Leitlinie in leichten Fällen zunächst zu einer rein symptomorientierten Behandlung in Form von Schmerzmitteln. Selbst bei Fieber und Erbrechen sei es vertretbar, die ersten 24 bis 48 Stunden abzuwarten – sofern es sich nicht um Babys oder Kleinkinder handelt.
Sollten sich die Beschwerden dann nicht gebessert haben oder gar schlimmer geworden sein, ist die Einnahme eines Antibiotikums angebracht. Mittel der Wahl ist hier Amoxicillin. Bei Kleinkindern gelten besondere Empfehlungen: Ob Antibiotika eingesetzt werden sollten, richtet sich unter anderem nach dem Alter des Kindes sowie danach, wie eindeutig die akute Mittelohrentzündung diagnostiziert wurde.