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Regretting Motherhood
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Wenn Eltern ihre Entscheidung für Kinder bereuen

Wenn das Elternsein nicht glücklich macht, ist das für die betroffenen Mütter und Väter gesellschaftlich oft mit Scham besetzt. Was Forschung und Betroffene über Wege aus dem Tief berichten.
AutorKontaktdpa
Datum 02.01.2026  12:00 Uhr

Gefühle zulassen, Austausch suchen

Wie kommen Eltern aus dieser Spirale heraus? »Der erste Schritt ist, die eigenen Gedanken und Gefühle wahrzunehmen und zu akzeptieren. Verdrängung hilft nicht, im Gegenteil«, sagt Erbe. »Der zweite Schritt ist, sich auszutauschen – zum Beispiel mit anderen Eltern oder mit einer vertrauten Person.«

Zu dein eigenen Gefühlen zu stehen und sie zu benennen gehe einher mit dem Wieder-Sichtbar-Werden der eigenen Bedürfnisse. Hier helfen Psychotherapeutin Erbe zufolge Antworten auf die Fragen: »Was genau fehlt mir? Was wäre anders, wenn ich keine Kinder hätte? Was vermisse ich aus der Zeit vor der Elternschaft?« Das kann zum Beispiel ein Hobby sein, das man vernachlässigt hat, oder auch Zeit für die Partnerschaft.

Ob sich alle Bedürfnisse wie aus der Zeit ohne Kinder erfüllen lassen, ist nicht immer gewiss. »Manchmal ist Trauerarbeit nötig«, sagt Erbe. Ein Abschied von Lebensweisen und Vorstellungen, die nicht mehr erreichbar sind. »Bei anderen Wünschen stellt sich die Frage: Was davon lässt sich trotz oder gerade mit Kindern verwirklichen?«, so die Expertin.

Wem es schwerfällt, aus dem Bereuen herauszukommen, sollte sich nicht dem Druck des Mutterideals hingeben, sondern sich Hilfe suchen. Denn es vergehen oft Jahre, bis Frauen sich eingestehen, dass sie überfordert sind.

Die Liebe zu den Kindern bleibt

Ein Missverständnis, das bereuenden Eltern begegnet, ist, dass sie ihre Kinder nicht lieben. Doris Erbe lenkt den Blick auch auf das Positive: »Studien der Uni Köln zeigen: Elternschaft steigert nicht unbedingt die Lebenszufriedenheit, wohl aber die Sinnhaftigkeit. Eltern erfahren oft mehr Erfüllung als Kinderlose.« Darauf könne man sich auch dann besinnen, wenn man Reue empfindet. Etwa so: »Ich leiste eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe. Vielleicht ist es anders, als ich es mir vorgestellt habe – aber es ist eine sinnvolle und erfüllende Aufgabe, die Anerkennung und Wertschätzung verdient.«

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