| PZ/PTA-Forum |
| 19.03.2026 10:00 Uhr |
Positives Feedback von Kunden trägt zu mehr Selbstvertrauen, Motivation und Arbeitszufriedenheit von Apothekenmitarbeitenden bei. / © Adobe Stock/contrastwerkstatt
Die bundesweite Umfrage fand im Auftrag der PZ über den ApoChannel des Apothekenschulungsdienstleisters Marpinion statt. Es beteiligten sich knapp 2400 Personen aus 767 Apotheken. Mehr als die Hälfte der Befragten ist demnach mit ihrem Arbeitsalltag zufrieden (39 Prozent) oder sehr zufrieden (14 Prozent). Rund 40 Prozent ordnen sich im oberen bis unteren Mittelfeld ein, etwas mehr als 6 Prozent sind wenig oder gar nicht zufrieden.
Anders sieht es bei der mentalen Belastung aus: Von den rund 1800 antwortenden Apothekeninhabern, Angestellten und PTA fühlen sich knapp 43 Prozent belastet, 57 Prozent hingegen nicht. Von denen, die eine stärkere mentale Belastung verspüren, sagen 56 Prozent, dass sich diese in den vergangenen zwei Jahren verschärft habe. Etwa 27 Prozent berichten von einem leichten Anstieg, für gut 12 Prozent ist der Arbeitsalltag gleichgeblieben. 4 Prozent sehen die Lage entspannter.
Als Hauptgründe für die zunehmende mentale Belastung nennt die Umfrage Unterbesetzung im Team (57,7 Prozent), Arbeiten unter hohem Zeitdruck (47,7 Prozent) sowie Organisations- und Bürokratieaufgaben, die den Fokus auf die Patienten überlagern (47,4 Prozent). Unter schlechter Stimmung im Team und fehlender Wertschätzung leiden nach eigenen Angaben 42,4 beziehungsweise 40,5 Prozent.
Ein weiteres Problem für 33,9 Prozent sind häufige Konflikte mit Kunden, Ärzten oder Krankenkassen. Wechselnde oder unklare gesetzliche Vorgaben belasten 32,8 Prozent. Existenzängste plagen 27,5 Prozent, und 25,7 Prozent nennen eine weniger gute Organisation der Arbeitsabläufe. Eine kleinere Rolle spielen die Angst vor Abgabefehlern (23,4 Prozent) oder emotional belastende Kundengespräche (21,2 Prozent).
Auf die Frage, was die mentale Belastung im Apothekenalltag reduzieren könnte, antworteten knapp 2000 der Befragten: Bürokratieabbau (64,1 Prozent), weniger Lieferengpässe (48,8 Prozent), mehr gesellschaftliche Wertschätzung des Berufsstands (45,4 Prozent), bessere wirtschaftliche Planungssicherheit (41,6 Prozent), mehr Personal (33,8 Prozent) sowie mehr Zeit für pharmazeutische Beratung und eine stärkere Patientenorientierung (30 Prozent). Eine bessere Arbeitsorganisation und realistischere Arbeits- und Zeitvorgaben würden den Arbeitsalltag für 26,2 beziehungsweise 24 Prozent der Teilnehmenden verbessern.
Vor allem Kundenfeedback wirkt sich laut Umfrage positiv aus: Für 72,2 Prozent der Befragten stärkt es das Selbstvertrauen, 69,4 Prozent gehen motivierter in das nächste Beratungsgespräch. Glückliche Patienten steigern bei 68 Prozent die Arbeitszufriedenheit und bestärken 56,7 Prozent in ihrem Beratungsansatz.
44,2 Prozent der Teilnehmenden empfinden positive Rückmeldungen als sinnstiftend. Für 29,3 Prozent wirkt die bestätigende Haltung von außen zudem stressreduzierend, und bei 19,3 Prozent stärkt sie die emotionale Resilienz.
Die Ergebnisse der Umfrage zeigen, dass Apothekenteams ihren Heilberuf trotz wirtschaftlicher und politischer Herausforderungen weiterhin gern ausüben. Besonders motiviert sie die Anerkennung durch Kundschaft und Gesellschaft. Um ihre mentale Stärke langfristig zu erhalten und ihre Fähigkeiten bestmöglich einzusetzen, scheinen vor allem zwei Punkte entscheidend: weniger Bürokratie und eine solide Personaldecke.