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DAV-Wirtschaftsforum 2026
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Wie es Apotheken wirtschaftlich geht

Nicht nur die Apothekenzahl ist weiterhin im Sinkflug, auch die Umsatzrendite hat 2025 einen Tiefstand erreicht – so das Ergebnis des Apothekenwirtschaftsberichts 2026, der in Berlin beim Wirtschaftsforum des Deutschen Apothekerverbandes (DAV) vorgestellt wurde.
AutorKontaktPZ
Datum 05.05.2026  17:00 Uhr

Zwischen größtenteils stagnierendem Honorar und steigenden Ausgaben bestehe ein deutliches Missverhältnis, führte Eckart Bauer, Bereichsleiter Wirtschaft und Soziales bei der ABDA, aus. So seien die Personalkosten in Apotheken seit 2013 um knapp 88 Prozent gestiegen, die Sachkosten um 55 Prozent.

Im Durchschnitt hat eine Apotheke 2025 laut Apothekenwirtschaftsbericht rund 4 Millionen Euro umgesetzt, wobei rund 62 Prozent der Apotheken darunter liegen. Aufgrund der Ausreißer am oberen Ende müsse ein Umsatz von 3,1 Millionen Euro als typisch angesehen werden, erläuterte Bauer. Der Wareneinsatz sei inzwischen auf über 80 Prozent gestiegen, vor 20 Jahren lag er noch bei knapp über 70 Prozent.

Beim Betriebsergebnis konnten sich die Apotheken mit durchschnittlich 168.000 Euro nur leicht gegenüber dem Vorjahr verbessern (162.000 Euro), wobei das steuerliche Betriebsergebnis mit 4,2 Prozent des Nettoumsatzes weiter rückläufig ist. Grundlage der Zahlen ist das Treuhand-Datenpanel der ABDA, das rund 2400 testierte tatsächliche Betriebsergebnisse enthält.

Einige Apotheken im roten Bereich

Besorgniserregend ist die hohe Zahl an Apotheken im roten Bereich: Etwa 7 Prozent hatten 2025 ein negatives Betriebsergebnis, ein Viertel kommt nicht über 100.000 Euro hinaus. Damit liegen die Inhaber häufig schon unter den Bruttolohnkosten eines angestellten Krankenhausapothekers im öffentlichen Dienst.

»Für eine gute Versorgung brauchen wir starke Apotheken. Und für starke Apotheken brauchen wir wirtschaftliche Stabilität, verlässliche politische Rahmenbedingungen und die heilberufliche Weiterentwicklung«, sagte Dr. Hans-Peter Hubmann, DAV-Vorsitzender, in seinem politischen Lagebericht: »Schauen wir auf die Apotheken, dann ergibt sich ein alarmierendes Bild. Jede Apotheke, die schließen muss, ist ein Verlust von freiberuflicher Existenz, von wohnortnahen Arbeitsplätzen vornehmlich für Frauen und fehlende Versorgung vor Ort für die Menschen.«

Die Ursache liege auf der Hand – die chronische Unterfinanzierung der Apotheken. Seit 2013 sei das Fixum nicht erhöht worden. Es gebe zwar Bekenntnisse seitens der Politik die Erhöhung anzugehen, doch müssten Taten folgen. »Daher fordern wir unmissverständlich die Erhöhung des Fixums auf 9,50 Euro spätestens zum 1. Juli 2026!“.

Wachsende Online-Konkurrenz

Dem Wirtschaftbericht zufolge wächst die Online-Konkurrenz für Apotheken. Der Versandhandel gewann im OTC-Geschäft weiter Marktanteile und vereinte 2025 bereits 23,6 Prozent des Umsatzes auf sich. In den vergangenen Jahren stiegen – als Folge der E-Rezept-Einführung – aber auch die GKV-Arzneimittelausgaben für ausländische Versender. Lagen diese 2023 noch bei 415 Millionen Euro, stiegen sie 2024 auf 669 Millionen Euro (+61 Prozent) und 2025 noch einmal um 53 Prozent auf über 1 Milliarde Euro. Das könne auf Dauer eine Schwächung der Versorgung vor Ort bedeuten.

Und die Apotheken vor Ort? Bauer fasste die Leistungen der Apotheken im Jahr 2025 in Zahlen zusammen:

  • 1 Milliarde Patientenkontakte
  • 10 Millionen individuell hergestellte Rezepturen
  • 900.000 pharmazeutische Dienstleistungen
  • 334.000 Notdienste
  • 330.000 Impfungen
  • 300.000 Botendienste

Die Zahl der Apotheken ist im 1. Quartal 2026 weiter gesunken und lag Ende März noch bei 16.541. Immerhin hat sich das Apothekensterben etwas verlangsamt. Aber Bauer konstatierte dennoch den niedrigsten Stand seit 1977 und eine im europäischen Vergleich weiter abfallende Apothekendichte – »trotz demografischer Entwicklung und fortschreitender Ambulantisierung«.

Wie geht es weiter? 

Bauers Zwischenfazit nach einem Jahr schwarz-roter Koalition: »Fast nichts, was Apotheken und Versorgung stärken soll, ist umgesetzt.« Für 2026 erwartet die Wirtschaftsabteilung der ABDA weiter steigende Umsatzgrößen und Wareneinsatzquoten, auch aufgrund von Umverteilungseffekten durch Apothekenschließungen. Ein erheblicher Teil der Apotheken werde wirtschaftlich nicht »tragfähig« sein.

Die schwierige wirtschaftliche Gesamtlage dürfe nicht durch Kostendruck auf die Leistungserbringer abgefedert werden. Vielmehr müssten die noch vorhandenen lokalen ambulanten Strukturen gesichert werden, schloss Bauer.

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