Möglicherweise ein wenig. Zwischen dem Ebolavirus (EBOV) und dem Bundibugyo-Virus bestehe eine enge Verwandtschaft, erläutert Clara Schoeder vom Institut für Wirkstoffentwicklung der Universität Leipzig. Daher könnten gebildete Antikörper möglicherweise die Erreger neutralisieren. Wie ausgeprägt eine solche Wirkung allerdings ist, weiß allerdings niemand. In einer kleinen Studie, veröffentlicht 2011, überlebten zwar drei von vier mit einem sogenannten rVSV-EBOV-Präparat geimpfte Rhesusaffen die Infektion, aber auch sie erkrankten.
Muñoz-Fontela warnt davor, EBOV-Impfstoffe, deren Sicherheit zwar feststeht, deren Wirksamkeit aber unklar ist, nun einzusetzen. Sollte sich die Impfung als wenig effektiv erweisen, drohe in der Region das mühsam aufgebaute Vertrauen in den Impfstoff, der vor dem EBOV-Erreger sehr wirksam schützt, verspielt zu werden.
»Dafür braucht man mehr Evidenz«, sagt auch die UKE-Expertin Addo. Man wolle die Effektivität des VSV-Impfstoffs gegen Bundibugyo nun zusätzlich mit Serum von VSV-EBOV-Geimpften im Labor testen.
Der Virologe Stephan Becker von der Universität Marburg sagt, es gebe keine spezifischen zugelassenen Behandlungen. »Aber auch hier gibt es Antikörper, die im Tier vor Bundibugyo geschützt haben, allerdings nicht klinisch getestet sind.«
Andere Experten verweisen darauf, dass eine frühe Erkennung und Behandlung in einem spezialisierten Behandlungszentrum entscheidend für die Prognose sei. »Wir wissen, dass sich die Sterblichkeit durch eine gute supportive Therapie erheblich senken lässt«, sagt Torsten Feldt vom Universitätsklinikum Düsseldorf. »Dazu gehören zum Beispiel Flüssigkeits- und Elektrolytmanagement, Behandlung von Schock, Blutungen und Organfunktionsstörungen, die Gabe von Sauerstoff sowie die Behandlung von Koinfektionen.«
»Ebolavirus-Ausbrüche werden durch Übertragungen von Mensch zu Mensch getrieben«, sagt Muñoz-Fontela. Daher erleichterten soziale Faktoren wie Flüchtlingsströme, Armut und schlechte Lebensbedingungen die Verbreitung des Erregers nach einem Ausbruch.
Hinzu komme, so der Leiter der Gesundheitsbehörde Africa CDC, Jean Kaseya, dass Pharmaunternehmen in Afrika wenig Verdienstmöglichkeiten mit dem Bundibugyo-Erreger sehen. »Aber glauben Sie mir, wenn es Bundibugyo in westlichen Ländern gäbe, dann wären die medizinischen Gegenmaßnahmen vorhanden.«