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Schlaflos durch die Nacht
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Wie Menschen wieder Ruhe finden

Nachts nicht ein- oder durchschlafen können, morgens um 4 Uhr wach werden – das ist ein Albtraum, wenn es zur Regel wird. Mehr Frauen als Männer sind betroffen. Dabei spielen auch die Wechseljahre eine wichtige Rolle.
AutorKontaktIsabel Weinert
Datum 10.04.2026  16:00 Uhr

Menschen, die unter einer Schlafstörung leiden, haben Probleme einzuschlafen, durchzuschlafen oder wachen stets noch vor dem ersten Hahnenschrei auf, wenn alle Welt noch zu schlafen scheint. Doch der Schein trügt. Schlafgestörte sind keineswegs alleine mit ihrer Not: Ein großer Teil der Erwachsenen schläft immer mal wieder schlecht, 6 bis 10 Prozent der Bevölkerung dauerhaft.

Letztere leiden an einer chronischen Insomnie. Davon sprechen Mediziner, wenn die Symptome der Schlafstörung länger als vier Wochen andauern. Die Ursachen sind vielfältig. Sie reichen von Depressionen und Angststörungen über chronische Schmerzen oder neurologische Erkrankungen hin zu Schlafapnoe, unruhigen Beinen und hormonellen Veränderungen. Allerdings fördert auch wiederum der schlechte Schlaf einen Teil dieser Erkrankungen, etwa Depressionen, aber auch Diabetes, Adipositas und Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Weiblich und schlaflos – vor allem in den Wechseljahren

Tendenziell verschlechtert sich der Schlaf mit dem Älterwerden und Frauen sind häufiger davon betroffen als Männer. Bis zu 60 Prozent des weiblichen Geschlechts leiden in der Peri- und Postmenopause darunter. Weil Progesteron und Estrogen absinken, verkürzen sich die Tiefschlafphasen auf vier Stunden. Die betroffenen Frauen wachen nachts häufiger auf – oft zwischen 3 Uhr und 4 Uhr – und schlafen schlechter erneut ein. Sie schlafen insgesamt leichter auf Kosten von REM-Schlaf, und mit dem Alter verwischt sich mehr und mehr der zirkadiane Tag-Nacht-Rhythmus.

Progesteronmangel beeinträchtigt den Schlaf, weil das Hormon  natürlicherweise über GABA-A-Rezeptoren im Gehirn beruhigend wirkt und damit fördert, dass Frauen abends zur Ruhe kommen. Zudem trägt es zu einer angemessenen Gewebespannung im Rachen bei. Fällt das weg, leiden Frauen eher unter Schlafapnoe und Schnarchen.

Mangelt es an Progesteron, leidet auch der Tiefschlaf. In diesen Fällen, die stets ein Arzt diagnostizieren muss, kann ein Progesteronpräparat Abhilfe schaffen. Mögliche Nebenwirkungen wie Müdigkeit und Benommenheit, Kopfschmerzen und Schwindel, Stimmungsschwankungen, Brustspannen und Verdauungsprobleme lassen sich verringern, indem die behandelnden Ärzte die geringste wirksame Dosis wählen und die Patientin das Medikament vor dem Schlafengehen einnimmt. Das reduziert die Müdigkeit am Tage.

Weniger sicher ist, ob auch depressive Verstimmungen, Niedergeschlagenheit, Stimmungsschwankungen, innere Unruhe, Reizbarkeit und Ängste wirklich vom hormonellen Wechsel herrühren. Die Autoren der Leitlinie »Peri- und Postmenopause – Diagnostik und Interventionen« schreiben, dass der Nachweis, diese Symptome hätten genuin mit den Wechseljahren zu tun, schwer zu erbringen sei. Der perimenopausale Übergang sei lang, die Prävalenz der Symptome hingegen schwanke. 

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