Laut Lungeninformationsdienst ist die Lebenserwartung nach einer Lungentransplantation in den vergangenen Jahren stark gestiegen. »Mittlerweile ist zu erwarten, dass Patienten, die heute transplantiert werden, Lebenserwartungen von deutlich über zehn Jahren haben.« Es gebe bereits die ersten Patienten, die 20 bis 25 Jahre sehr erfolgreich transplantiert sind, schreibt der Lungeninformationsdienst.
Ende 2025 standen in Deutschland laut Eurotransplant 323 Menschen auf der Warteliste für eine Spenderlunge. Die Wartezeit beträgt laut DSO mehrere Monate und hängt unter anderem von der Dringlichkeit und den Erfolgsaussichten ab. 2025 habe es 411 Anmeldungen für die Warteliste für Lungentransplantationen gegeben, rund 150 davon nach Angaben der DSO wegen Lungenfibrose.
Auch mit Blick auf andere Spenderorgane sind die Wartelisten lang. Obwohl im vergangenen Jahr etwas mehr Menschen nach ihrem Tod Organe gespendet haben als noch im Vorjahr, reicht die Spendebereitschaft längst nicht aus. 3150 Menschen erhielten laut DSO 2025 Spenderorgane — auf der Warteliste hätten Ende des Jahres rund 8200 Menschen gestanden.
Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern in Europa müssen verstorbene Personen in Deutschland zu Lebzeiten oder stellvertretend die Angehörigen einer Organentnahme explizit zugestimmt haben. Das könnte sich ändern: Eine Gruppe von Abgeordneten über Fraktionsgrenzen hinweg fordert eine grundlegende Neuregelung der Organspende in Deutschland. Ab dem Jahr 2030 soll ihrer Ansicht nach jede und jeder volljährige und einwilligungsfähige Mensch zunächst als Organspender gelten — außer, er widerspricht einer Organspende zu Lebzeiten ausdrücklich. Kritiker sehen darin jedoch einen Grundrechtseingriff.