Stark zuckerhaltige Getränke sollten die Ausnahme bleiben, vor allem bei Kindern. / © Getty Images/Catherine Falls Commercial
»Viele Erfrischungsgetränke liefern bereits mit einer einzigen Dose oder Flasche einen großen Teil der Zuckermenge, die täglich möglichst nicht überschritten werden sollte«, so Katrin Böttner, Ernährungsexpertin bei der Verbraucherzentrale NRW.
Dazu kommt: Die Getränke machen kaum satt und liefern keine wichtigen Nährstoffe. Sie sind das, was Ernährungsexperten »leere Kalorien« nennen. Und: Wir schlürfen sie oft nebenbei, ohne uns der großen Zuckerportion bewusst zu sein.
Doch wie viel Zucker steckt nun in den Getränken? Die Verbraucherzentrale NRW hat sich für einen Marktcheck den Zuckergehalt von 23 nicht wiederverschließbaren Limonaden, Colas und Eistees angeschaut. Der geringste Gehalt pro 100 Milliliter liegt bei 4,3 Gramm, der höchste bei 11 Gramm.
Dieser Zucker-Spitzenreiter ist eine Cola. Sie wird in 330-Milliliter-Flaschen verkauft, womit über 36 Gramm Zucker pro Portion zusammenkommen. Oder, wie die Verbraucherschützer »übersetzen«: stolze 12,1 Zuckerwürfel. So ist bereits mit einem Getränk ein Großteil der Zuckermenge erreicht, zu der Weltgesundheitsorganisation WHO und Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) täglich höchstens raten.
Die Empfehlung der Institutionen lautet: Am Tag sollten wir weniger als zehn Prozent des Energiebedarfs durch freien Zucker decken. Idealerweise sind es sogar nur fünf Prozent. Konkret bedeutet das:
Als sogenannter freier Zucker gilt dabei Zucker, der Produkten zugesetzt wird, ebenso wie Zucker, der in Fruchtsäften, Honig und Sirupen vorkommt. Zucker, den wir über unverarbeitetes Obst aufnehmen, zählt nicht dazu.
Warum diese Empfehlungen? Ein übermäßiger Zuckerkonsum kann das Risiko für Erkrankungen wie Adipositas, Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen, heißt es von der Uniklinik der RWTH Aachen. Auch die Darmflora kann durch einen hohen Zuckerverzehr aus dem Gleichgewicht geraten, was sich wiederum auf das psychische Wohlbefinden auswirken kann.
Hin und wieder darf ein süßes Erfrischungsgetränk natürlich sein. Die Verbraucherzentrale NRW rät allerdings dazu, Limonaden und ähnliche Getränke lieber in wiederverschließbaren Flaschen oder Verpackungen zu kaufen. Dann hat man zumindest die Möglichkeit, nach einem kleinen Glas Schluss zu machen.
Langfristig ist es sinnvoll, sich an weniger süße Getränke zu gewöhnen. Wer mit purem Wasser wenig anfangen kann, kann seinen Durst auch mit selbst gemischten Saftschorlen löschen. Die Formel dafür lautet: drei Teile Wasser, ein Teil Saft. Wer mag, kann den Wasseranteil auch durch ungesüßte Kräuter- oder Früchtetees ersetzen. »Pfefferminztee harmoniert zum Beispiel gut mit Apfel- oder Orangensaft«, schlagen die Verbraucherschützer vor.