| Juliane Brüggen |
| 21.09.2026 10:00 Uhr |
Eine frühe Diagnose kann auch Angehörigen helfen, weil sie Veränderungen in Persönlichkeit, Verhalten oder Leistung erklärt. / © Getty Images/seb_ra
Demenz wird häufig als reine Alterskrankheit betrachtet. Doch auch jüngere Menschen können betroffen sein, wenn auch viel seltener. Ein Beispiel ist die frontotemporale Demenz, die durch die Erkrankung des Schauspielers Bruce Willis öffentlich bekannt geworden ist. Laut DGN und Hirnstiftung wird sie oft zwischen dem 45. und 65. Lebensjahr diagnostiziert. Erste Anzeichen sind Persönlichkeits- und Verhaltensänderungen wie Aggression, Antriebslosigkeit oder Enthemmung sowie eine verminderte Sprachfähigkeit.
Auch die vaskuläre Demenz, die auf Schädigungen der Blutgefäße im Gehirn zurückgeht, kann bereits vor dem 65. Lebensjahr auftreten, das Erkrankungsrisiko nimmt grundsätzlich mit steigendem Alter zu. Sehr früh, bereits im Alter von 30 bis 40 Jahren, können sich erste Symptome der seltenen erblichen Form CADASIL bemerkbar machen – zu Beginn vor allem exekutive Störungen, wie DGN und Hirnstiftung erläutern: »Betroffene benötigen länger, um Informationen zu verarbeiten, können schlechter planen und organisieren, verlieren bei komplexen Aufgaben leichter den Überblick oder haben Schwierigkeiten, zwischen verschiedenen Aufgaben zu wechseln. Auch Aufmerksamkeit und Konzentration können nachlassen, während das Abspeichern neuer Erinnerungen zunächst noch relativ gut funktionieren kann.«
Nicht zuletzt kann die Alzheimer-Krankheit Menschen vor dem 60. Lebensjahr treffen, wobei laut DGN und Hirnstiftung dann häufiger atypische Formen vorliegen, bei denen zum Beispiel zunächst Störungen der Sprache, räumlich-visuellen Verarbeitung oder anderer kognitiver Fähigkeiten im Vordergrund stehen.
Die Fachgesellschaft und die Stiftung betonen, dass sich Demenz in jüngeren Jahren nicht zwingend durch Gedächtnisstörungen oder Vergesslichkeit äußert, sondern andere Symptome wie Veränderungen der Sprache, Persönlichkeit, des Verhaltens oder der geistigen Leistungsfähigkeit auffallen können: »Wenn sich geistige Fähigkeiten, Verhalten oder Persönlichkeit über Wochen bis Monate anhaltend verändern, sich die Veränderungen verstärken, dadurch Alltag oder Beruf beeinträchtigt werden oder auch das persönliche Umfeld diese Veränderungen bemerkt, sollten Betroffene ärztlichen Rat einholen.«
In vielen Fällen werde im Rahmen der Untersuchung eine andere Ursache entdeckt, zum Beispiel Depressionen, andere psychische Erkrankungen oder Belastungen, Schlafstörungen, Schlafapnoe, Schilddrüsenerkrankungen, Vitaminmangel oder Nebenwirkungen von Medikamenten sowie der Konsum von Alkohol oder anderen Drogen.