PTA-Forum online Avoxa
instagram facebook

Frauenmedizin
-
6 Ursachen für einen dickeren Unterbauch

Ein leicht vorgewölbter Unterbauch ist bei Frauen normal und gehört zur weiblichen Anatomie. Doch was, wenn der Unterbauch akut, immer wieder oder gemächlich an Umfang gewinnt? Dafür gibt es harmlose und kritische Ursachen.
AutorKontaktIsabel Weinert
Datum 11.08.2026  16:00 Uhr

Die Regel

Mit der einsetzenden Pubertät sorgt das Östrogen dafür, dass junge Frauen mehr Fett nicht nur an Hüften und  Gesäß, sondern auch am Unterbauch einlagern. Das ist ganz wichtig, weil dieses Fett als Reserve in einer Schwangerschaft dient. Zudem bieten die anatomischen Veränderungen innerhalb des Beckens der wachsenden Gebärmutter Platz. Mit der ersten Menstruation zeigt sich oft schon, ob eine Frau das Glück hat, sie schmerzfrei zu erleben, oder aber regelhaft starke Beschwerden durchleben muss. Das hängt bei jungen Frauen davon ab, ob die Kontraktionen der Gebärmutter beim Abstoßen der Schleimhaut schmerzhaft sind. Und das liegt wiederum meist an einem Prostaglandin-Überschuss.  Das kann genetisch bedingt sein und sich durch Stress und zu wenig Bewegung verschlimmern. Oft lässt diese Art von Beschwerden nach einer ersten Schwangerschaft nach. Oder aber eine Endometriose steckt als Ursache dahinter. Mitunter bereiten auch Myome die Beschwerden.

Unabhängig von der Symptomatik schwillt bei den meisten Frauen kurz vor Einsetzen der Periode der Unterbauch an. Das kann am hormonellen Blähbauch liegen, an hormonell bedingten vermehrten Wassereinlagerungen und an der in der zweiten Zyklushälfte maximal aufgebauten und durchbluteten Gebärmutter. Kurz nach Einsetzen der Regel passen die Hosen dann urplötzlich wieder. Und manchmal merken Frauen, dass sie etwas häufiger Wasser lassen müssen – die prämenstruellen Einlagerungen werden ausgeschwemmt.

Falsches Essen

Wenn ein Mensch eine Unverträglichkeit auf Nahrungsmittel entwickelt, manifestiert sich das oft im jungen Erwachsenenalter. Auch das Reizdarmsyndrom (RDS) beginnt häufig zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr oder noch früher. Diese Erkrankungen sorgen häufig für Blähungen, einen dadurch aufgetriebenen Bauch und für Verstopfung. Hinzu kommt bei jüngeren Menschen, wenn sie zum ersten Mal alleine wohnen, eine andere Ernährungsweise, nicht selten arm an Ballaststoffen. All diese Faktoren können bei Frauen dazu führen, dass sich der Unterbauch nicht nur dicker anfühlt, sondern es auch ist.

Nach der Schwangerschaft

Nach einer Schwangerschaft bleibt der Bauch in der Regel zunächst weicher und weiter nach vorne gewölbt, denn die Bauchmuskeln wurden stark gedehnt und finden nicht einfach so wieder in ihre ursprüngliche Form zurück. Mitunter verursacht auch eine sogenannte Rektusdiastase eine bleibende Vorwölbung. Das zeigt sich eher entlang der Bauchmitte und besonders, wenn die Frau sich aufrichtet. Rückbildungsgymnastik, eine spezielle Physiotherapie und ein gezieltes Training der tiefen Bauchmuskulatur können wieder für die ursprünglichen Verhältnisse im  Bauchraum und Unterleib sorgen. Betroffene Frauen machen besser kein Krafttraining auf eigene Faust, denn zum Beispiel klassische Sit-ups können kontraindiziert sein.

Gutartig verändert

Bei Frauen erhöht sich die Zahl gutartiger Veränderungen der Gebärmutter zwischen dem 30. und dem 50. Lebensjahr. Handelt es sich dabei um Myome, also um gutartige Muskelknoten, dann bereiten die kleinen in der Regel keine Beschwerden. Die größeren allerdings können den Unterbauch sichtbar vergrößern und auch auf Blase oder Darm drücken. Mögliche Myomsymptome sind starke oder auch längere Menstruationsblutungen, ein häufiger Harndrang und/oder ein Druckgefühl im Becken. Abhängig von Größe und Lage des Myoms warten Frauenärzte entweder beobachtend ab oder das Myom muss gar operativ entfernt werden.

Neben den Myomen zeigen sich in dieser Lebensphase häufiger Zysten an den Eierstöcken. Sogenannte funktionelle Zysten, also flüssigkeitsgefüllte Hohlräume, die mit dem Rhythmus des Zyklus größer und kleiner werden, verschwinden oft von selbst wieder. Bereitet eine größere Zyste aber Unterbauchschmerzen, Schmerzen beim Sex und ein Druckgefühl, müssen Gynäkologen das weitere Vorgehen mit der Patientin besprechen. Plötzlich einsetzende, sehr starke Schmerzen können auf einen verdrehten Eierstock hinweisen. Das ist immer ein Notfall.

Mehr Fett

Sinkt der Östrogenspiegel im Rahmen der Wechseljahre, dann verteilt sich bei vielen Frauen das Körperfett um. Von der weiblichen Formgebung hin scheint das Fett wie von Zauberhand plötzlich vermehrt am Bauch zu siedeln. Es ist nicht einfach, diesem neuen (Unterbauch-)Fettgewebe Einhalt zu gebieten. Eine weitere Ansammlung lässt sich bremsen, wenn Frau berücksichtigt, dass sie mit dem Ausbleiben der Regel um die 200 bis 300 Kilokalorien pro Tag weniger braucht. Diese Energie nutzte der Körper vorher für den weiblichen Zyklus.

Weniger essen, aber nicht zu wenig und das Richtige, lautet ein Rat. Der andere dreht sich um Krafttraining. Mehr Muskeln verbrauchen mehr Energie, so einfach ist die Gleichung. Zudem lässt Muskulatur auch das Fett darüber etwas straffer erscheinen. Es gibt Hinweise dafür, dass Frauen, die eine Hormonersatztherapie machen, weniger Bauchfett ansetzen, die Figur bleibt eher weiblicher. Allerdings ist das keine Indikation für den Hormoneinsatz.

Ein weiterer Aspekt ist das Absinken von Gebärmutter, Blase oder Darm in den Wechseljahren. Sie rutschen dann tiefer ins kleine Becken, der Unterbauch wirkt dicker.

Haltungssache

Der Unterbauch tritt stärker hervor, wenn die Körperhaltung das fördert. Eine eher schwache Rumpfmuskulatur, langes Sitzen und ein Hohlkreuz leisten der schlechten Haltung Vorschub. Dann schiebt sich der Unterbauch nach vorne, obwohl im Inneren alles in Ordnung ist. Wer nicht genau weiß, wie er seine Haltung verbessern kann, sollte Rat bei Physiotherapeuten suchen und einige Übungen erlernen, die neben weniger Rückenschmerzen auch dazu führen, dass der Bauch flacher wirkt.

TEILEN
Datenschutz
Mehr von Avoxa