Gürtelrose entsteht durch reaktivierte Windpockenviren. / © Getty Imges/Peter Dazeley
Wetten, Sie erinnern sich noch an Ihre Windpocken, sofern sie welche hatten? An die vielen, vielen juckenden Bläschen auf der Haut? Man war froh, als das Virus wieder weg war. Wieder weg? Ein Trugschluss. Denn die Erreger der Windpocken, Varizella-zoster-Viren, verschwinden nicht aus dem Körper. Stattdessen wechseln sie in einen Schlummermodus. Mit ein wenig Pech kommen sie eines Tages als Gürtelrose zurück. Acht Fragen und Antworten rund um die Erkrankung, die man auch als Herpes zoster kennt.
Gürtelrose kann in jedem Alter auftreten. Einzige Voraussetzung: Man muss im Leben einmal an Windpocken erkrankt sein. »Denn der Erreger schlummert auch Jahrzehnte danach noch latent in den Nervenzellen«, sagt Professorin Daniela Hartmann, Chefärztin und Dermatologin an der München Klinik. »Ausgelöst wird diese Reaktivierung durch eine Schwächung des Immunsystems.« Diese kann verschiedene Auslöser haben: Stress, Erkrankungen, Medikamente – oder manchmal schlichtweg das Alter.
Übrigens: Auch wer als Kind gegen Windpocken geimpft wurde, kann an Gürtelrose erkranken. Die Wahrscheinlichkeit ist allerdings gering, und die Erkrankung verläuft meist ohne Komplikationen. Seit 2004 empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) allen Kindern in Deutschland eine Windpocken-Schutzimpfung.
Erkennen kann man die Gürtelrose am Hautausschlag. Er besteht aus roten, brennenden Bläschen, oft an einer Seite des Rumpfes. Oft zeigt er sich gürtelförmig, daher kommt der Name. Dazu sind Nervenschmerzen ein typisches Symptom.
»Gürtelrose kann den ganzen Körper betreffen«, sagt Professor Alexander Dalpke. Er ist ärztlicher Direktor am Zentrum für Infektiologie am Universitätsklinikum Heidelberg. Auch der Trigeminusnerv und damit Augen und Ohren können bei einer Gürtelrose schmerzen, ebenso Genitalien und innere Organe. In seltenen Fällen bleiben die Bläschen aus und es kommt nur zu Nervenschmerzen.