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Übergewicht bei Kindern
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Aktuelle Zahlen und Empfehlungen

Viele Kinder in Deutschland bringen zu viel auf die Waage – und das hat mitunter Auswirkungen auf ihr ganzes Leben. Das neue Früherkennungsangebot U10 sowie eine vorzeitige Aktualisierung der Adipositas-Leitlinie für Kinder und Jugendliche könnten neuen Schwung in den Kampf gegen Übergewicht bringen. Ein Blick auf die aktuelle Situation und wichtige Empfehlungen.
AutorKontaktKatrin Faßnacht-Lee
Datum 26.10.2026  08:00 Uhr

Die Zahl von Kindern und Jugendlichen mit Übergewicht und Adipositas ist ungebrochen hoch. Bei Vorschulkindern liegt der Anteil mit Übergewicht beziehungsweise Adipositas laut Robert-Koch-Institut bei 8,6 bis 13,4 Prozent. Das geht aus Daten von Schuleingangsuntersuchungen aus 13 Bundesländern hervor. Eine weitere wichtige Erkenntnis der Untersuchung: Je höher die sozioökonomische Benachteiligung, desto höher die Übergewichts- und Adipositasprävalenz.

Aktuelle Daten der Initiative der Europäischen Region der WHO zur Überwachung von Adipositas im Kindesalter (COSI) zeigen: Bei den europäischen Grundschulkindern zwischen sieben und neun Jahren lebt im Durchschnitt ein Viertel mit Übergewicht, 11 Prozent davon mit Adipositas. Die COSI-Studie bezieht sich auf Daten von rund 470.000 Kindern aus 37 Ländern.

Dabei sind die Unterschiede zwischen den Ländern teils erheblich und schwanken bei der Prävalenz von Übergewicht (inklusive Adipositas) zwischen etwa 9 und über 40 Prozent. Südeuropäische Länder führen die Statistik an. Deutschland liegt mit rund 25 Prozent im Mittelfeld. Die WHO-Untersuchung zeigt überdies, dass fast zwei Drittel der Eltern nicht einschätzen können, ob das eigene Kind übergewichtig ist.

Neue U10 – Start noch offen

Angesichts dieser hohen Zahlen sowie Fehleinschätzungen durch Eltern erscheint die Einführung der neuen Früherkennungsuntersuchung durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) sinnvoll. Der Fokus der sogenannten U10 liegt auf den Themen Übergewicht, körperliche Aktivität, digitaler Medienkonsum und psychische Auffälligkeiten. Dadurch soll eine Lücke zwischen der U9, die im Alter von etwa fünf Jahren stattfindet, und der J1, die sich an Jugendliche zwischen 13 und 14 Jahren richtet, geschlossen werden.

In einer Pressemitteilung des G-BA betont Dr. Bernhard van Treeck, unparteiisches Mitglied des G-BA: »Speziell für Kinder im Alter zwischen 9 und 10 Jahren weisen Studienergebnisse auf besondere Risiken hin: Zu viel Handy- oder Computernutzung kann zum Beispiel zu Sprachentwicklungs- und Konzentrationsstörungen führen. Bewegungsmangel vermindert die körperliche Fitness und kann Übergewicht und andere Erkrankungen begünstigen.« Bis die neue Früherkennungsuntersuchung bei Kinderärzten angeboten wird, werden allerdings noch einige Monate ins Land ziehen.

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