Muskelschwäche kann eine Nebenwirkung von bestimmten Arzneimitteln sein. / © Getty Images/Tom Wang
Muskelschmerzen, im Fachjargon Myalgien genannt, sind ein recht unspezifisches Symptom. Dahinter kann eine ganze Reihe von Ursachen stecken, unter anderem neurologische Erkrankungen, Stoffwechselstörungen oder auch eine Infektion. Um der Ursache auf den Grund zu gehen, ist eine sorgfältige Anamnese durch den Arzt wichtig. Das betonen auch die Autoren der S1-Leitlinie »Diagnostik und Differenzialdiagnose bei Myalgien«, die zuletzt 2025 aktualisiert wurde.
Wichtig ist demnach vor allem, den Patienten zu fragen, ob die Schmerzen ausgebreitet (diffus) oder an einer bestimmten Stelle des Körpers (lokal) auftreten, in welchen Situationen, zum Beispiel in Ruhe oder Belastung, und wie häufig die Betroffenen unter den Schmerzen leiden und wie lange diese jeweils andauern. Auch der Schmerzcharakter interessiert den Arzt: Sind die Schmerzen eher muskelkaterartig, krampfartig oder brennend?
Häufig stellt sich heraus, dass die Muskelschmerzen von einer Über- oder Fehlbelastung oder Verletzung eines Muskels herrühren. In diesen Fällen hilft akut Schonung und Kühlung, bei länger andauernden Schmerzen Wärme, sanfte Bewegung und Massagen. Darüber hinaus können lokal angewendete nicht steroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen und Diclofenac die Beschwerden lindern, zum Beispiel als Salbe oder Gel aufgetragen.
Hinter den Muskelbeschwerden können jedoch auch andere Auslöser stehen. Es kann sich beispielsweise um eine Nebenwirkung bestimmter Arzneimittel handeln.
Als Myopathien werden Erkrankungen der Muskeln bezeichnet. Ein Leitsymptom ist in der Regel Muskelschwäche. Ein wichtiger Hinweis auf das Vorliegen einer Myopathie ist die andauernde Erhöhung der Kreatinkinase (CK) nach körperlicher Schonung, denn dies deutet auf den Untergang von Muskelfasern hin. Eine Myopathie muss jedoch nicht zwingend mit einer CK-Erhöhung einhergehen.
Man unterscheidet erblich bedingte Myopathien (hereditär) und erworbene Myopathien. Zu letzteren zählen beispielsweise entzündliche Erkrankungen (Myositiden), endokrine Myopathien und toxisch bedingte Myopathien (medikamentös, Alkohol, Drogen).