| Isabel Weinert |
| 21.10.2026 12:00 Uhr |
Vom 20. bis etwa zum 50. Lebensjahr vertragen Menschen das in Kaffee enthaltene Koffein in der Regel am besten. / © Adobe Stock/WavebreakmediaMicro
Wie ein Mensch Koffein aus Kaffee verträgt, das hängt tatsächlich auch davon ab, wie alt er ist. Es gibt zwei Altersspitzen der schlechten Verträglichkeit – in jungen Jahren und in späten. Bei Neugeborenen und Säuglingen kommt zum Glück niemand auf den Gedanken, ihnen Kaffee zu geben. Das wäre auch fatal, denn das Enzymsystem in der Leber der Kleinsten ist noch nicht ausgereift, deshalb wird Koffein aus entsprechenden Getränken extrem langsam abgebaut. Bei Kindern klappt das zwar etwas schneller, aber weil ihr Nervensystem noch reift und sich eine bestimmte Menge Koffein in einem kleinen Körper verteilt, gelangt schnell viel davon ins Gehirn. Das macht Kinder sehr nervös, es beeinträchtigt ihren Schlaf und steigert ihren Puls.
Am besten vertragen Menschen Koffein aus Kaffee zwischen ihrem 20. und ihrem 50. Lebensjahr. Dann ist die Leber auf der Höhe ihrer Leistungsfähigkeit. Menschen leiden nach dem Konsum dann eher nicht unter der anregenden Wirkung, sondern empfinden sie als angenehm.
Weil die Leberleistung mit dem Älterwerden nachlässt und der Körper im Alter vermehrt aus Fettgewebe besteht, kann die Leber nicht mehr so effizient verstoffwechseln, was dazu führt, dass das wasserlösliche Koffein ein geringeres Verteilungsvolumen hat. Damit steigen die Konzentrationen an Koffein im Blut, obwohl ein Mensch nur die gewohnte Menge Kaffee trinkt. Die Folgen: Das Herz rast, der Mensch fühlt sich nervös, der Blutdruck steigt – und konnte man früher auch abends noch einen Kaffee vertragen, so zerschlägt dieses Vorgehen jetzt den Schlaf.
Was hilft? Laut Studien trinken Menschen den letzten Kaffee am besten mindestens fünf bis sechs Stunden, bevor sie schlafen gehen, damit zur Bettgehzeit möglichst kein Koffein mehr in der Blutbahn schwimmt. Merken Menschen, dass sie zunehmend empfindlicher auf ihre übliche Kaffeemenge reagieren, können sie den Kaffee entweder schwächer brühen oder die halbe übliche Menge nehmen und schauen, wie der Körper darauf reagiert. Das höhere Lebensalter erfordert also bei vielen Menschen, die optimale Dosis des Genussgiftes Kaffee neu auszuloten.