| Isabel Weinert |
| 21.10.2026 16:00 Uhr |
Zu den möglichen Ursachen innerer Unruhe gehört unter anderem eine larvierte Depression. / © Getty Images/JulPo
Mit dem Einsetzen der Wechseljahre sinkt der Progesteronspiegel bei Frauen. Das Gelbkörperhormon beeinflusst den weiblichen Körper auf vielfältige Weise. Eine für die innere Ausgeglichenheit zentrale Wirkung ist die beruhigende, den Schlaf positiv beeinflussende und Ängste lösende. Nimmt dieser Einfluss ab, leidet darunter auch die Fähigkeit, sich zu entspannen.
Das Östrogen fährt in der Perimenopause Achterbahn und kann auf diese Weise wichtige Neurotransmitter-Gleichgewichte stören, wie die von Serotonin und Dopamin.
Eine larvierte Depression äußert sich vor allen Dingen in körperlichen Symptomen. Das Vegetativum steuert unter anderem innere Unruhe bei. Wer daran erkrankt ist, fühlt sich ständig »unter Strom« und kann fast nie richtig entspannen. Begleitsymptome der inneren Unruhe sind häufig Herzrasen, eine verspannte Muskulatur, inneres Zittern und Schlafstörungen. Weitere körperliche Beschwerden lenken den ärztlichen Blick oft zuerst auf eine somatische Ursache. Deshalb bleibt eine larvierte Depression oft lange im Verborgenen.
Aber auch umgekehrt wird ein Schuh daraus: Nicht die erkrankte Psyche löst die körperlichen Symptome aus, wie bei der larvierten Depression, sondern der erkrankte Körper die seelische Nervosität und Unruhe. Das ist zum Beispiel so, wenn das Herz unerkannt erkrankt ist. Gerät es dadurch immer wieder aus dem Takt und/oder schlägt zu schnell, dann registriert das Gehirn den veränderten Blutfluss und dass das Herz nicht wie gewohnt schlägt. Das versetzt das Gehirn in Alarm, und daraus resultieren Nervosität und Unruhe.
Zu den möglichen Herzkrankheiten mit diesem Effekt gehören unter anderem Vorhofflimmern sowie eine Bradykardie, also ein zu langsamer Herzschlag. Selbst kommen Laien meist nicht auf diese Ursache.
Zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr entwickeln besonders oft Frauen eine Schilddrüsenunterfunktion auf Basis einer Hashimoto-Thyreoiditis. Die Krankheit beginnt oft um das 30. Lebensjahr herum, die Unterfunktion der Schilddrüse manifestiert sich aber nicht immer sofort. Auch eine Überfunktion durch einen Morbus Basedow ist möglich. Zudem häufen sich hormonproduzierende Knoten in der Schilddrüse.