Damit die Haut nicht austrocknet, sollte sie danach immer wieder mit einer Zubereitung auf O/W-Basis versorgt werden. Sie kühlt durch ihre Verdunstungskälte, und die enthaltenen Lipide (am besten mit Ceramiden) stellen die Barrierefunktion der Haut wieder her. Sprays (wie Curél® Ceramid Spray, Bepanthen® kühlendes Schaumspray, Panthenol Jojoba Spray) sind für diese Indikation von Vorteil, weil der Kontakt mit der entzündeten und berührungsempfindlichen Haut vermieden werden kann.
Abzuraten ist von Zubereitungen mit hohem Fettanteil; der entstehende Wärmestau würde die Entzündung nur fördern. Auch Après-Sun-Präparate sind in diesem Stadium ungeeignet; sie enthalten oft Duftstoffe, was die Haut zusätzlich irritieren könnte. Ein Geheimtipp aus der Apotheke und schon vielfach erprobt: Der ethanolische Frischpflanzenauszug aus Arnica montana zusammen mit der Urtinktur des Krautes der Kleinen Brennnessel (Combudoron® Gel von Weleda) lindert den Hitzeschmerz und reguliert Entzündungen.
Um die lokalen Schmerzen örtlich zu betäuben, sind Lotionen etwa mit Polidocanol (wie Anaesthesulf® Lotio) oder Gerbstoffen (wie Tannolact® Lotio, Tannosynt® Lotio) zu empfehlen. Polidocanol (Thesit) ist weniger sensibilisierend als andere synthetische Lokalanästhetika.
Ob die Anwendung topischer Antihistaminika sinnvoll ist, ist fraglich. Dimetinden oder Bamipin (wie Fenistil® Gel, Soventol® Gel) wirken beim Sonnenbrand nur in der ersten Phase des sich entwickelnden Erythems. Da die klassische Sonnenbrandreaktion jedoch einige Stunden verzögert auftritt, dürfte es für den Einsatz dieser Topika etwas zu spät sein. Sinnvoll sind Antihistaminika jedoch, um den starken Juckreiz bei einer polymorphen Lichtdermatose oder der Mallorca-Akne zu lindern (auch oral).
Besser geeignet sind dagegen Hydrocortison-haltige Cremes, Sprays oder Lotionen (wie Hydrogalen® akut Creme, Soventol® HydroCort 0,5%, Ebenol® 0,5% Spray). Im Gesicht ist die Haut dünner beziehungsweise das Stratum corneum schmaler, sodass der Arzneistoff schneller und stärker resorbiert wird. Deshalb dort besser nur 0,25-prozentige Präparate auftragen.