Cromoglicinsäure (Pollicrom® oder CromoRatio® AT oder NS) wird in der aktuellen Leitlinie zwar noch erwähnt, aber nicht erstrangig empfohlen. Der Wirkstoff ist ein sogenannter Mastzellstabilisator und verhindert die Freisetzung von Entzündungsmediatoren aus aktivierten Mastzellen. Vorteile des Wirkstoffs sind seine gute Verträglichkeit und die Anwendung ohne Altersbeschränkung, Nachteil die schwache beziehungsweise nicht ausreichend belegte Wirksamkeit. Begonnen werden sollte die Therapie als Nasenspray oder Augentropfen rund zwei Wochen vor dem erwarteten Start der Allergiesaison. Im Anschluss muss sie konsequent fortgeführt werden. Falls vom Arzt nicht anders verordnet, lautet die empfohlene Dosis für die Augen: viermal täglich einen Tropfen in den Bindehautsack geben. Beim Nasenspray sind es vier bis maximal sechs Sprühstöße täglich je Nasenöffnung.
Die Erfolgsgeschichte der Antihistaminika begann in den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts. Seit der Entdeckung des Histamins um 1910 und der Einführung der neusten H1-Antihistaminika hat sich viel getan.
So weist die erste Generation der H1-Antihistaminika wie Doxylamin (Hoggar® Night), Dimetinden (Fenistil®), Diphenhydramin (Betadorm®, Emesan®, Vivinox® sleep), Clemastin (Tavegil®) oder Dimenhydrinat (Vomex®) aufgrund ihrer Lipophilie neben den antiallergischen auch zentrale Wirkungen auf. Sie wirken antiemetisch und sedierend. Ihre Haupteinsatzgebiete sind demnach Übelkeit, Erbrechen und Schlafstörungen.
Weniger lipophil und weniger ZNS-gängig sind die Antihistaminika der zweiten Generation wie Cetirizin und Loratadin sowie die verschreibungspflichtigen Wirkstoffe Ebastin (Ebastel®), Fexofenadin (Telfast®), Mizolastin (Mizollen®) oder Rupatadin (Urtimed®). Sie wirken nahezu selektiv an den peripheren H1-Rezeptoren und haben damit die gezielte Therapie allergischer Beschwerden im Fokus. Als Weiterentwicklungen der zweiten Generation – gelegentlich auch als dritte Generation bezeichnet – gelten die Wirkstoffe Levocetirizin (Xusal®), Desloratadin (Lorano® Pro) oder Bilastin (Allegra®). Leichte Veränderungen in der Molekülstruktur sollen bei diesen Wirkstoffen für einen schnelleren Wirkungseintritt und weniger Nebenwirkungen sorgen. Bei Levocetirizin handelt es sich um das aktive Spiegelbild-Isomer des Cetirizins, bei Desloratadin zum Beispiel um den aktiven Metabolit des Loratadins.