Ein Gewitter im Freien kann sehr gefährlich werden. / © Getty Images/guvendemir
Auch wenn man die Wetter-App im Blick hatte: Manchmal ziehen Gewitter schneller auf als erwartet. »Vor allem die ortsgenaue Vorhersage sommerlicher Wärmegewitter ist extrem schwierig«, heißt es vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Denn solche Gewitter entstünden oft innerhalb weniger Minuten.
Der DWD erklärt, wie man die Entfernung eines Gewitters abschätzen kann. Zählt man die Sekunden zwischen einem Blitz und dem zugehörigen Donner und teilt die Zahl durch drei, wisse man ungefähr, wie viele Kilometer das Gewitter entfernt ist.
Allein die Wahrnehmung von Donner bedeutet, dass das Gewitter weniger als zehn Kilometer entfernt ist – dann sollte man umgehend Schutz suchen. Sind es zehn Sekunden oder weniger zwischen Blitz und Donner, besteht laut Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (VDE) akute Lebensgefahr. Jetzt gilt es, sich dringend in Sicherheit zu bringen, am besten in einem festen Gebäude oder im Auto. Sich bei Gewitter draußen aufzuhalten, ist lebensgefährlich. Ein Blitzschlag kann tödlich sein.
Was aber, wenn man auf einer Fahrradtour, einer Wanderung oder bei einem Badeausflug vom Gewitter überrascht wird und weit und breit kein sicherer Unterstand zu sehen ist?
Dann gelten folgende Verhaltensregeln:
Einer in der Fachzeitschrift »Springer Nature Scientific Reports« veröffentlichten Studie aus dem Jahr 2024 zufolge kann ein nasser Kopf bei Gewitter unter Umständen die Überlebenschancen verbessern. Der Grund: Regennasse Kopfhaut schützt besser vor Schäden durch Blitzeinschläge direkt in den Kopf als trockene Haut.
Die Forschenden schließen aus ihren Ergebnissen, dass Regen auf der Kopfhaut potenziell zu einer Überlebensrate von 70–90 % beiträgt – einerseites durch weniger starke Einschläge als bei trockener Kopfhaut. Zudem reduziere die Nässe den elektrischen Strom, dem das Gehirn ausgesetzt werde.
Geforscht wurde an Modellköpfen aus organischem Material wie Agar, Gips und Natriumchloridlösung, die die Eigenschaften des menschlichen Gewebes weitgehend nachstellten. Sie setzten sie hochenergetischen elektrischen Entladungen aus, die Blitzen nachempfunden waren. Die Forschenden erarten ähnliche Effekte bei realen Blitzeinschlägen bei Menschen.