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Apothekerkammer Niedersachsen

Beliebte Heilpflanzen im Überblick

Heilpflanzen wie Kamille, Baldrian und Johanniskraut sind wirksam und gut untersucht. Welche Pflanzen besonders beliebt sind und bei welchen Indikationen sie zum Einsatz kommen, erklärt die Apothekerkammer Niedersachsen.
AutorKontaktApothekerkammer Niedersachsen
Datum 20.06.2023  14:30 Uhr

Pfefferminze: beliebt als Öl oder Tee

Pfefferminzöl ist eines der am besten untersuchten Mittel gegen Darmbeschwerden und hilft gegen Bauchschmerzen, Krämpfe und Blähungen, vor allem bei Patientinnen und Patienten mit Reizdarmsyndrom. Pfefferminzöl kann im Magen allerdings auch Probleme auslösen. Es entspannt den Schließmuskel am Mageneingang und der Speisebrei kann in die Speiseröhre zurückgelangen, was zu Aufstoßen und Sodbrennen führen kann. Durch Pfefferminzöl in Kapseln wird diese Hürde umgangen, da der Wirkstoff erst im Darm freigesetzt wird. Im Aufguss als Tee verfliegen die ätherischen Öle, sodass Pfefferminztee wohltuend für Hals, Rachen und Magen wirkt.

Kamille: Heilmittel aus der Antike

Das Wissen über die heilende Wirkung der Kamille ist bereits aus der Antike überliefert. Drei bis vier Tassen Kamillentee pro Tag helfen gegen entzündliche Erkrankungen und Krämpfe im Magen-Darm-Bereich. Man kann ihn auch als Mundspülung und zum Gurgeln gegen Entzündungen der Mundschleimhaut verwenden. Gibt man eine Handvoll Kamillenblüten oder einige Tropfen Kamillenöl in heißes Wasser, werden ätherische Öle freigesetzt, die man bei Erkrankungen der Atemwege sowie der Stirn- und Nebenhöhlen inhalieren kann. Das ätherische Öl der Kamillenblüten hat zudem eine angstlösende und beruhigende Wirkung.

Johanniskraut: ein gut erforschtes Mittel

Johanniskraut wurde bereits im alten Rom verwendet und ist gut erforscht. Es hat eine stimmungsaufhellende Wirkung bei leichten depressiven Störungen oder leichten bis mittelschweren depressiven Episoden. Vorsicht ist geboten bei der hormonellen Verhütung, denn Johanniskraut interagiert mit einem bestimmten Enzym, das am Hormonstoffwechsel beteiligt ist. Auch mit zahlreichen anderen Arzneimitteln kann es zu Wechselwirkungen kommen. Johanniskraut ist rezeptfrei erhältlich, dennoch sollten Wirkungen und Dosierungen unbedingt mit dem Fachpersonal in der Apotheke vor Ort besprochen werden.

Fenchel: Comeback des Fenchelhonigs

Fenchelhonig ist ein Hausmittel, das fast schon in Vergessenheit geraten war, aber im vergangenen Winter plötzlich Beliebtheit erlangte. Diese Mischung aus Fenchelsirup und Honig unterstützt die Schleimlösung bei Erkältungshusten. Warme Milch mit Fenchelhonig eignet sich sogar für Kleinkinder. Allerdings dürfen Kinder unter einem Jahr keinen Honig essen, da er bei Säuglingen Botulismus auslösen kann. Botulismus bei Säuglingen ist eine seltene Vergiftungserscheinung, die durch das Botulinumbakterium ausgelöst wird, welches im Honig enthalten sein kann.

Fencheltee hingegen ist oft das erste pflanzliche Arzneimittel, das Menschen in ihrem Leben einnehmen, denn er lindert Blähungen schon bei Neugeborenen. Der beliebte Tee wird in jeder Altersgruppe getrunken und kommt auch in Mischungen mit anderen Kräutern zum Einsatz: Zusammen mit Thymian, Spitzwegerich und Eibischblättern ist Fenchel in Hustentees enthalten. Mit Anis und Kümmel wird er zur besseren Verdauung verwendet.

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