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Chinesischer Blauregen
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Blütenpracht mit Knalleffekt

Mit seiner prachtvollen Blüte zieht der Blauregen alle Blicke auf sich. Doch so sehr er mit Schönheit und Duft betört – Abstand halten ist geboten. Schon die Berührung der Giftpflanze des Jahres 2024 birgt Gefahren.
AutorBarbara Döring
Datum 02.07.2024  15:30 Uhr

Vorkommen und Verbreitung

Botaniker unterscheiden sechs bis zehn Glyzinien-Arten, von denen keine in Europa heimisch ist. Neben der chinesischen Glyzinie gibt es Sorten aus Nordamerika, Australien und Ostasien. Die chinesische Glyzinie bevorzug nährstoffreiche Böden und warme, sonnige Standorte, verträgt aber auch winterliche Temperaturen. Hierzulande wird sie vor allem in Gärten und Parks kultiviert und wächst an Mauern und Hauswänden. Nur selten finden sich verwilderte Pflanzen. Die größte Glyzinie der Welt soll sich in Kalifornien befinden. Sie wurde 1894 gepflanzt und soll nun über 1 Hektar groß sein und schätzungsweise 250 Tonnen wiegen. Der mit etwa 1200 Jahren älteste Blauregen wird in Japan verortet.

Gifte und Gefahren

Die gesamte Pflanze ist giftig, besonders die Samen. In Rinde und Wurzeln findet sich das Glykosid Wistarin, welches in der Wirkung dem Cytisin des Goldregens ähnelt. Zudem sind Alkaloide und in Samen und Hülsen Lectine enthalten. Schon zwei bis drei Samen können Vergiftungserscheinungen auslösen. Die Konzentration der Giftstoffe schwankt stark je nach Jahreszeit. Nach dem Verzehr drohen Bauchschmerzen, Durchfall und Erbrechen sowie Kopfschmerz und Schwindel. Die Pupillen weiten sich und es kann zur ausgeprägten Tagesschläfrigkeit sowie zu Kreislaufbeschwerden bis hin zum Kollaps kommen. Durch die enthaltenen Alkaloide kann es schon bei Berührung der Pflanze zu Rötungen und starkem Juckreiz kommen. Beim Schneiden des Blauregens sollten Handschuhe getragen werden. Auch Tiere können sich vergiften, wenn sie mit dem Saft geschnittener Pflanzenteile in Berührung kommen oder Pflanzenteile fressen.

Was tun bei Vergiftung?

Bei Verdacht auf eine Vergiftung sollte man Pflanzenteile sofort aus dem Mund entfernen und eine der Giftnotrufnummern (siehe unten) oder den Notruf 112 wählen. Die Giftinformationszentren bieten rund um die Uhr telefonische Beratung bei Vergiftungen oder im Verdachtsfall. Als Erste Hilfe wird empfohlen, ein Glas stilles Wasser, Tee oder Saft zu trinken, um das Gift im Magen zu verdünnen. Nach Berührung der Pflanzen sollte man die Hände waschen.

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