Kaum ein Tag am HV-Tisch vergeht ohne eine Frage zu Halsschmerzen. Mit den passenden Wirkstoffen und ein paar hilfreichen Tipps lassen sich die Beschwerden meist gut in den Griff bekommen.SymptomeSchmerzen im HalsbereichRötung und Schwellung der RachenschleimhautHeiserkeitHintergrundmeist durch Rhino- oder andere Erkältungsviren verursachtin der Regel selbstlimitierend, Abheilung innerhalb weniger TageBei einer bakteriellen Superinfektion – etwa einer Mandelentzündung – kann eine antibiotische Therapie nötig sein.Unkomplizierte bakterielle Infekte sollen gemäß der aktuellen S3-Leitlinie nicht zwingend mit einem Antibiotikum behandelt werden.Schmerzen lindernsymptomatische Therapie, keine kausale Heilungbei leichten bis moderaten Schmerzen: Präparate mit Lokalanästhetika oder NSAR, als Lutschtablette, Spray oder GurgellösungAmbroxol (wie Mucoangin®): nicht nur schleimlösend, in höherer Dosierung schmerzlindernd, antientzündlich und antioxidativBenzocain (wie Dorithricin®): höheres allergenes Potenzial als Lidocain (wie Wick Sulagil®)Flubiprofen (wie Dobendan® direkt): Abkömmling des Ibuprofens; schmerzlindernd und entzündungshemmendBenzydamin (wie Neo-Angin® Benzydamin): NSAR, zusätzlich antiseptisch wirksambei stärkeren Beschwerden: systemische Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Naproxen als Tablette oder Saft (bei Kindern)Physikalischer SchutzfilmSchleimdrogen wie Isländisch Moos (Isla®), Eibisch (Lemocin® Prohydro), Primelwurzel (Ipalat®) sowie Hyaluronsäure (GeloRevoice®), Carbomere oder Xanthane bilden einen schützenden Film auf der Schleimhaut.Auch bei nicht infektiöser Heiserkeit (zum Beispiel Vielsprecher) hilfreich.UmstrittenLokalantiseptika wie Cetylpyridiniumchlorid, Chlorhexidin, Hexetidin, Benzalkoniumchlorid oder Dequaliniumchlorid werden laut der Leitlinie nicht mehr empfohlen.Wirkung gilt als »nicht nachvollziehbar und nicht sinnvoll«, da meist virale Infekte.Zudem nur oberflächliche Wirkung, während sich die Infektion oft in tieferen Geweben abspielt.Gurgeln, sprayen oder lutschenEntscheidend ist der Kontakt zur Schleimhaut.Sprays sind einfach anzuwenden, erreichen aber selten Mandeln oder hintere Rachenwand.Lutschtabletten fördern durch Speichelfluss die Verteilung des Wirkstoffs bis in den hinteren Rachen.Kinder nur dann mit Lutschtabletten behandeln, wenn sie diese sicher lutschen können.Gurgellösungen erreichen die hintere Rachenschleimhaut besser als Lutschtabletten, sollten möglichst lange im Mund behalten werden.Schleimhäute feucht halten durch …viel trinkenLutschen zuckerfreier BonbonsLuftfeuchtigkeit von circa 80 Prozentregelmäßig inhalieren: Wasserdampf, eventuell mit entzündungshemmenden ätherischen Ölen wie Kamille oder SalbeiWeitere nicht-medikamentöse Maßnahmenwärmende Halswickel(Passiv-)Rauch vermeidenbei Heiserkeit möglichst weder sprechen noch flüsternkörperliche SchonungGrenzen der Selbstmedikationstarke Schluckbeschwerden, Fieber > 39 °C, geschwollene Lymphknoten oder eitrige MandelnPatienten unter Immunsuppression, Chemotherapie oder Cortisonbei Beschwerden, die länger als zwei bis drei Wochen andauernSchwangere, Kinder unter 6 Jahrenbei Atemnot, pfeifenden Atemgeräuschen oder Zyanose (Blaufärbung der Haut oder Schleimhaut durch Sauerstoffmangel) umgehend zum Arzt