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Aktualisierung 2025/2
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Das ist neu im DAC/NRF

Die DAC/NRF-Winterlieferung 2025/2 ist erschienen. Neben wichtigen Namensänderungen enthält die Aktualisierung neue Alternative Identifizierungen für zwei häufig nachgefragte Stoffe, grundlegende Überarbeitungen von DAC-Anlagen sowie zahlreiche weitere Verbesserungen, die den Arbeitsalltag im Rezepturbetrieb erleichtern sollen.
AutorKontaktChristian Diaz Flores und Jalil Djahani
Datum 12.12.2025  08:00 Uhr

Neue Prüfvorschriften für Bisoprolol und Naltrexon

Die Prüfvorschriften der Alternativen Identifizierung werden mit der Aktualisierung um neue Ausgangsstoffe ergänzt, unter anderem Bisoprololfumarat und Naltrexonhydrochlorid. Gemein ist beiden Substanzen, dass die Monographien im Europäischen Arzneibuch nur die Identitätsprüfung mittels IR-Spektroskopie und Nachweis des Gegenions vorsehen. Ebenso ist zum derzeitigen Stand keine Möglichkeit gegeben, auf NIR-Geräte zurückzugreifen, da die Substanzen noch nicht vom Hersteller der Datenbank hinzugefügt wurden.

Für die Identitätsprüfung mittels Dünnschichtchromatographie (DC) werden in der Alternativen Identifizierung für die Referenzlösungen Substanzen mit nachgewiesener Identität eingesetzt. Was aber tun, wenn weder für Vergleichs- noch Referenzsubstanzen ausreichende Chargen zur Verfügung stehen, wie es bei Bisoprololfumarat der Fall sein kann? Erstmalig hat DAC/NRF überprüft, ob sich Fertigarzneimittel in solchen Ausnahmefällen eignen könnten. Diese zusätzlichen Informationen sind im Rezepturhinweis »Bisoprololfumarat« hinterlegt. Gleichzeitig wurde überprüft, ob per DC-Methode andere rezepturübliche Beta-Blocker, die Apotheken beziehen können, ausreichend chromatographisch getrennt werden.

Dabei stellte sich heraus, dass Metoprolol und Bisoprolol strukturell so ähnlich sind, dass eine Trennung der beiden Substanzen unter den gewählten Bedingungen nicht möglich ist. Erst unter Hinzunahme der Gegenionen ist eine ausreichende Unterscheidung möglich, denn das Fumarat beziehungsweise die Fumarsäure lässt sich mit der gleichen DC-Methode prüfen, während das Tartrat beziehungsweise Weinsäure auf diese Weise nicht auf Identität geprüft werden kann. Im Gegenzug ist der Tartrat-Nachweis in der Alternativen Identifizierung für Fumarat negativ.

Ebenfalls strukturell sehr ähnlich sind Naltrexon- und Naloxonhydrochlorid. Die Trennung der beiden auch vom Namen her ähnlich klingenden Opioid-Rezeptorantagonisten war auch in diesem Fall ein klarer Schwerpunkt bei der Entwicklung der Prüfvorschrift und konnte schließlich mit einer einfachen DC-Methode erreicht werden.

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