| Isabel Weinert |
| 31.08.2026 14:00 Uhr |
Die Muskelkraft zu erhalten, ist ein ganz wesentlicher Aspekt, wenn ein Mensch Gewicht verlieren möchte. / © Adobe Stock/My Ocean Studio
Der oft starke Gewichtsverlust durch GLP-1-Agonisten geht einher mit dem Verlust von Muskulatur. Das ist bei jedem Menschen von Nachteil, besonders aber bei denjenigen, deren Risiko für einen krankhaften Muskelverlust (Sarkopenie) ohnehin schon erhöht ist. Das sei zum Beispiel bei Menschen mit Typ-2-Diabetes der Fall, schreibt der VDBD. Eine Metaanalyse beziffere die Sarkopenie-Häufigkeit bei diesen Menschen auf rund 18 Prozent.
»GLP-1-Medikamente können eine Gewichtsabnahme wirksam unterstützen. Sie können aber nicht sicherstellen, dass der Körper ausreichend Eiweiß und Nährstoffe bekommt oder dass die Muskulatur regelmäßig gefordert wird«, sagt Theresia Schoppe, stellvertretende Vorstandsvorsitzende des VDBD, Diabetesberaterin und Ökotrophologin am Diabetes-Zentrum Bad Mergentheim, in der Pressemitteilung. Genau diese Punkte müsse man von Beginn an gemeinsam mit den Betroffenen in den Blick nehmen.
Muskeln geben nicht nur Kraft und Stabilität, die die Mobilität bis ins hohe Alter ermöglichen, sondern »futtern« auch sehr viel Energie, senken so die Insulinresistenz und verbrauchen insulinunabhängig Glucose. Studien zu Semaglutid und Tirzepatid zeigten laut VDBD, dass außer der Fettmasse bei Menschen, die diese Medikamente nutzen, auch die fettfreie Masse zurückgehe – dazu zählt auch die Muskulatur.
Schoppe betont, dass Menschen, die unter der Therapie feststellen, dass sie Probleme mit dem Aufstehen, dem Gehen und dem Treppensteigen entwickeln, diese Symptome beim Arzt ansprechen sollen. Der Rückgang fettfreier Masse unter GLP-1-Agonisten bedeute nicht, dass nur Muskulatur im Sinne eines Muskelschwunds zurückginge. Menschen, die bereits wenig Muskulatur hätten, sich kaum bewegten und infolge von Nebenwirkungen wie Übelkeit besonders wenig äßen, brauchten jedoch besondere Aufmerksamkeit.