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Barfußschuhe
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Der Laufstil ist entscheidend

Barfußschuhe sind im Trend – doch sind sie auch wirklich gut für Füße und Knie? Wir haben einen Experten gefragt, welche Vor- und Nachteile die leichten Schuhe bieten und für wen konventionelles Schuhwerk besser geeignet ist.
AutorKontaktCaroline Wendt
Datum 18.06.2026  16:00 Uhr
Der Laufstil ist entscheidend

Eine dünne, flexible Sohle und viel Platz für die Zehen – das sind die wichtigsten Merkmale von Barfußschuhen. In manchen Modellen sind die Zehen sogar einzeln ausgeformt, ähnlich wie bei Handschuhen. Der Vorderfuß ist breit geschnitten, ein Höhenunterschied zwischen Ballen und Ferse fehlt. Auch ein klassisches Fußbett gibt es nicht.

Barfußschuhe sollen das natürliche Gehen ohne Schuhe möglichst gut nachahmen. Nutzer versprechen sich davon eine gestärkte Fußmuskulatur und einen natürlicheren Laufstil als in konventionellen Schuhen. Aber halten die Barfußschuhe diese Versprechen auch?

Zunächst sei hier zu unterscheiden, ob Barfußschuhe beim Joggen oder im Alltag eingesetzt werden sollen, erklärt Dr. Jörn Dohle, stellvertretender Präsident der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), im Gespräch mit PTA-Forum. Beim Laufen komme es zudem auf den individuellen Laufstil an – also darauf, ob jemand ein sogenannter Fersenläufer ist oder eher über Vorfuß und Ballen auftritt.

»Fersenläufer setzen zunächst die Ferse auf, belasten dann den gesamten Fuß und drücken sich anschließend über den Vorfuß wieder ab«, erläutert der Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie. Bei jedem Auftritt wirke ein Stoßimpuls auf den Körper. »Bei diesem Laufstil ist es wichtig, dass der Schuh über eine gute Dämpfung und eine stabile Fersenkappe verfügt«, so Dohle.

Anders sieht es bei Vorfußläufern aus: Sie federn über den Vorderfuß, sodass die Ferse deutlich weniger belastet wird und die Fersendämpfung eine geringere Rolle spielt. »Dieser Laufstil ist Bedingung, um mit einem Barfußschuh joggen gehen zu können«, betont der Experte.

Wer im Training auf ein minimalistischeres Schuhwerk umsteigen möchte, sollte daher auch seinen Laufstil entsprechend anpassen. Um Überlastungen vorzubeugen, kann es sinnvoll sein, sich etwa von einem Lauftrainer beraten zu lassen. Wichtig ist in jedem Fall, Muskeln und Sehnen nur schrittweise an die neue Belastung zu gewöhnen und zunächst nur kurze Intervalle im Vorfußlaufstil zu absolvieren. Auch gezielte Übungen wie ein regelmäßiges Lauf-ABC – also spezielle Technikübungen zur Schulung von Laufstil, Koordination und Fußaufsatz – oder das Gehen auf Zehenspitzen zu Hause können dabei helfen, die Muskulatur – insbesondere die Wadenmuskulatur – zu stärken.

Umgekehrt bedeutet das auch, dass nicht jeder Läufer für Barfußschuhe geeignet ist. Wer keinen Vorfußlaufstil umsetzen kann – etwa aufgrund einer ausgeprägten Knick-Senkfuß-Deformität oder bei Achillessehnenproblemen –, sollte eher auf dieses Schuhkonzept verzichten. »Der Vorderfußlaufstil setzt eine gewisse Stabilität im Rück- und Mittelfuß voraus«, erklärt Dohle. Bei deutlichen Fehlstellungen sei der Einsatz von Barfußschuhen daher wenig sinnvoll. Bei weniger stark ausgeprägten Veränderungen sei das Joggen in Barfußschuhen hingegen durchaus möglich.

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