| Katja Egermeier |
| 21.07.2026 16:00 Uhr |
Kinder laufen gerne barfuß und unterstützen damit intuitiv ihre Fußentwicklung. / © Getty Images/Volokhatiuk
In den ersten Lebensjahren sind die Strukturen in den Kinderfüßen noch weich und flexibel, wie Dr. Jörn Dohle, stellvertretender Präsident der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), erklärt. Deshalb haben viele Kleinkinder noch recht flache Füße – den sogenannten kindlichen Knick-Senkfuß. Es ist dem Experten zufolge völlig normal, wenn der Fuß zunächst flach wirkt: Das Längsgewölbe ist noch nicht vollständig ausgebildet und die Ferse kann leicht nach innen kippen.
Sehnen, Bänder und Muskeln entwickeln sich erst nach und nach. Das ermögliche dem Fuß, sich an unterschiedliche Belastungen anzupassen und seine stabile Form auszubilden, so Dohle. Schritt für Schritt gewinne ein Kinderfuß an Stabilität, indem er auf verschiedene Reize und Belastungen reagiert. Gerade beim Barfußlaufen auf wechselnden Untergründen bekommt die Fußmuskulatur wichtige Impulse und wird aktiviert.
»Erst im Laufe der Kindheit und im Jugendalter bildet sich das Fußgewölbe vollständig aus«, erklärt Professor Stefan Rammelt, Vorsitzender der DGOU-Sektion Deutsche Assoziation für Fuß und Sprunggelenk (DAF). Später übernehme es wichtige Funktionen: Es wirkt wie ein Stoßdämpfer, verteilt das Körpergewicht gleichmäßig und sorgt beim Laufen für Stabilität und Balance.
Anhaltende Beschwerden oder Schmerzen durch einen sogenannten starren Knick-Senkfuß kommen bei Kindern der S2k-Leitlinie »Kindlicher Knick-Senkfuß« eher selten vor. Treten Schmerzen auf, wirkt der Fuß steif oder läuft das Kind ungern, sollte dies jedoch orthopädisch abgeklärt werden. Risikofaktoren dafür sind Übergewicht, eine schwache Muskulatur und bestimmte Grunderkrankungen.