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Forschung
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Die ganze Welt sucht den Corona-Impfstoff

Was sich kaum einer vorstellen konnte, ist eingetreten: Wir befinden uns mitten in einer Pandemie – einer weltweiten biologischen Katastrophe, die nur durch eine wirksame Impfung in den Griff zu bekommen ist. Einen solchen Impfstoff zu entwickeln, ist eine globale Herausforderung, die keine nationalen Egoismen duldet.
AutorKontaktTheo Dingermann
Datum 11.12.2020  16:00 Uhr

Pandemie-Stopper

Bei der Suche nach einem Covid-19-Impfstoff soll alles schneller gehen – viel schneller, um es genauer zu sagen. Mitte Februar verkündete der Chef der Weltgesundheitsorganisation WHO, Tedros Adhanom Ghebreyesus, als Ergebnis einer in Genf organisierten Konferenz, dass sich 400 Experten vorgenommen hatten, die Suche nach einem Impfstoff zu beschleunigen.

Zu dem Zeitpunkt wurde bereits in vielen Ländern an der Entwicklung eines Impfstoffes gegen das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 gearbeitet. Und die Optimistischsten unter den Experten wagten bereits erste Prognosen zur Verfügbarkeit einer ersten Vakzine. So äußerte sich damals der Virologe Professor Dr. Gerd Sutter von der Ludwig-Maximilians-Universität München: »Ich bin insgesamt sehr sicher, dass wir erste experimentelle Impfstoffe noch dieses Jahr sehen werden.« Allerdings relativierte er damals auch, dass es eine andere Sache sei, ob und wann ein solcher Impfstoff an Menschen getestet werden könnte. »Die Entwicklung eines Impfstoffs ist ein langwieriger, mühsamer Prozess, vor allem die Zulassung und die klinische Prüfung eines Kandidaten.«

Sieben Monate später war es dann tatsächlich soweit, dass Covid-19-Impfstoffe nicht nur am Menschen getestet wurden. Am 11. August gibt Russlands Präsident Wladimir Putin bekannt, dass seine Arzneimittelbehörde als erste weltweit einen Impfstoff gegen SARS-CoV-2 zugelassen habe. Dabei handelt es sich allerdings um eine »vorläufige Zulassungen«. Denn das komplette Testprogramm, das von neuen Impfstoffen gewöhnlich zu durchlaufen ist, bevor Zulassungsbehörden den Impfstoff als verkehrsfähig deklarieren, haben weder dieser noch fünf weitere dieser »Überflieger« aus Russland und China absolviert. Regulär zugelassen ist derzeit noch keiner dieser Impfstoffkandidaten.

Am 19. November listete der »Coronavirus Vaccine Tracker« der New York Times 38 Impfstoffkandidaten in der klinischen Phase I, 17 Impfstoffkandidaten in der Phase II, 12 Impfstoffkandidaten in der Phase III und 6 Impfstoffkandidaten mit der oben erwähnten vorläufigen Zulassung auf.

Alle Impfstoffkandidaten, die sich in klinischer Testung befinden, haben bislang demonstriert, dass sie in der Lage sind, sowohl eine SARS-CoV-2-spezifische Antikörperantwort als auch die so wichtige T-Zellantwort gegen das Virus zu induzieren. Von keinem der oben genannten Impfstoffkandidaten aus Russland und China war jedoch bis Mitte November gemeldet worden, dass er in der Lage sei, auch einen effektiven Infektionsschutz gegen SARS-CoV-2 zu vermitteln. Das ist jedoch der Lackmus-Test, den jeder Impfstoff zu bestehen hat, bevor ihm in einem regulären Verfahren westlicher Zulassungsbehörden die Marktfähigkeit zugesprochen wird.

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