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Forschung
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Die ganze Welt sucht den Corona-Impfstoff

Was sich kaum einer vorstellen konnte, ist eingetreten: Wir befinden uns mitten in einer Pandemie – einer weltweiten biologischen Katastrophe, die nur durch eine wirksame Impfung in den Griff zu bekommen ist. Einen solchen Impfstoff zu entwickeln, ist eine globale Herausforderung, die keine nationalen Egoismen duldet.
AutorKontaktTheo Dingermann
Datum 11.12.2020  16:00 Uhr

Verschiedene Typen

Alles ist ungewöhnlich an dem Wettlauf um einen Covid-19-Impfstoff, dessen Zeuge jeder, der interessiert ist, seit Ausbruch der Pandemie werden kann. Im Wesentlichen werden in naher Zukunft vier verschiedene Impfstofftypen für den Schutz der Bevölkerung gegen SARS-CoV-2 zur Verfügung stehen.

Inaktivierte Corona-2-Viren

Der erste Typ ist vom Prinzip her bekannt. Ein inaktiviertes SARS-CoV-2 dient dabei als Impfantigen. Ein solches Konzept ist von den Impfstoffen gegen Typhus, gegen Keuchhusten, gegen die Kinderlähmung und gegen eine Hepatitis A bekannt.

Zur Herstellung des Impfantigens werden große Mengen Viren gezüchtet, um sie dann nach der Ernte zu inaktivieren. Dazu werden die Viren entweder bestrahlt und/oder mit Chemikalien behandelt. Durch beide Verfahren werden wichtige Proteine des Virus so modifiziert, dass die biologische Funktion verloren geht. Allerdings behalten die viralen Proteine bei diesen Behandlungen die Strukturcharakteristika, die das Immunsystem erkennt, um gegen diese Fremdproteine sehr effizient Antikörper und spezifische T-Zellen zu entwickeln.

Das Impfstoffkonzept ist weit erprobt, was zweifelsohne von Vorteil ist. Da wundert es auch nicht, dass in den frühen Tierversuchen auch schnell Erfolge gemeldet wurden. Nicht nur induzierten diese Impfstoffe in Affen eine starke Immunantwort. Die Impfstoffe schützten die Affen auch vor einer experimentell provozierten Infektion mit dem Virus. In erster Linie entwickeln chinesische Firmen (wie Sinovac oder Sinopharm) Impfstoffe dieses Typs.

Virus-ähnliche Partikel

Ein zweites bewährtes Konzept zur Herstellung von Impfstoffen ist die Aufreinigung viraler Proteine, von denen man annehmen kann, dass dieses Protein eine schützende Immunantwort induziert. Ein Vertreter dieses Impfstofftyps wird von den beiden Pharmariesen Sanofi und GlaxoSmithKline (GSK) gemeinsam entwickelt.

Auch dieses Prinzip ist nicht neu und bekannt von den Influenza-, den Hepatitis-B- und den Impfstoffen gegen das humane Papillomavirus (HPV). Die Covid-19-Impfstoffe dieses Typs enthalten gentechnisch hergestellte Antigene, ganz ähnlich wie die Hepatitis-B- und die HPV-Impfstoffe. Das macht sie besonders sicher, denn man muss das Antigen, bei dem es sich immer um das S-Protein auf der Virus-Oberfläche handelt, nicht aus den Viren isolieren. Allerdings werden wahrscheinlich alle diese Impfstoffe ein Adjuvanz, also einen Impfverstärker, enthalten, da sie ansonsten wahrscheinlich zu schwach wirksam sein werden.

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