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Primäre Nebenniereninsuffizienz
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Diese Anzeichen weisen auf Morbus Addison hin

In der Nebennierenrinde werden lebensnotwendige Hormone wie Cortisol und Aldosteron gebildet. Daher ist es wichtig, eine Unterfunktion zu erkennen, die vor allem in Stresssituationen gefährlich werden kann.
AutorKontaktJuliane Brüggen
Datum 20.07.2026  12:00 Uhr

»Morbus Addison ist eine Autoimmunerkrankung, bei der der Körper Antikörper gegen die eigenen Nebennieren entwickelt – mit der Folge einer Unterfunktion der Nebennieren«, erklärte Privatdozentin Dr. med. Dr. jur. Birgit Harbeck, Mediensprecherin der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie, bei einer gemeinsamen Online-Pressekonferenz der Fachgesellschaft mit der Deutschen Diabetes Gesellschaft.

Autoimmunität sei in westlichen Ländern in 80 bis 90 Prozent der Fälle die Ursache dieser primären Insuffizienz der Nebennierenrinde. Grundsätzlich ist Morbus Addison selten, wobei Frauen – bei einem Verhältnis von 1,5 zu eins – etwas häufiger betroffen sind als Männer.

Die Nebennieren, die kappenförmig auf den oberen Polen der Nieren sitzen, sind endokrine Drüsen und setzen sich aus Nebennierenrinde und Nebennierenmark zusammen. Während im Mark Katecholamine wie Adrenalin und Noradrenalin gebildet werden, produziert die Rinde Steroidhormone, darunter das Glucocorticoid Cortisol, das Mineralocorticoid Aldosteron und Dehydroepiandrosteron (DHEA), Ausgangssubstanz für Sexualhormone.

Die Hormone regulieren wichtige Körperfunktionen. Aldosteron ist etwa als Teil des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems (RAAS) an der Regulation des Flüssigkeits- und Elektrolythaushalts und des Blutdrucks beteiligt. Cortisol beeinflusst zahlreiche Stoffwechselprozesse, etwa den Blutzucker, den Protein-, Fett- und Knochenstoffwechsel sowie das Immunsystem und ebenfalls den Blutdruck.

Zusätzlich spielt Cortisol bei der Reaktion auf Belastungen eine wichtige Rolle: In Stresssituationen werden im Hypothalamus die Neuropeptide Corticotropin-Releasing-Hormon (CRH) und Vasopressin (AVP) freigesetzt, die in der Hypophyse, der Hirnanhangsdrüse, zu einer gesteigerten Sekretion von adrenocorticotropem Hormon (ACTH) führen. ACTH stimuliert daraufhin die Synthese von Glucocorticoiden in der Nebennierenrinde. Der erhöhte Cortisol-Blutspiegel dämpft wiederum in Form einer negativen Rückkopplung die Sekretion von CRH und ACTH. Dieser komplexe Regelkreis heißt Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse.

Funktioniert die Cortisol-Ausschüttung nicht, kann dies schwerwiegende Folgen bis hin zu einer Nebennierenkrise, der sogenannten Addison-Krise, haben.

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