Langfristige Cortisontherapien verändern das Erscheinungsbild: Fettverteilung, Muskelabbau und Wassereinlagerungen sind bekannte Folgen. Ähnliches kann bei Hormonbehandlungen gegen Prostatakrebs oder HIV-Medikamenten auftreten, insbesondere bei Wirkstoffen wie Bictegravir oder Kombinationen mit Abacavir/Lamivudin oder Tenofoviralafenamid/Emtricitabin. Diese Veränderungen sind oft nicht sofort erkennbar, entwickeln sich aber über Wochen und Monate.
Die Wirkstoffe, die dazu führen können, dass Patienten zunehmen, stammen aus ganz unterschiedlichen Arzneimittelgruppen. Die möglichen Folgen sind ernsthaft: Beispielsweise erkranken Übergewichtige häufiger an Bluthochdruck, Gicht oder Typ-2-Diabetes. Aber es existiert auch eine nur scheinbare Zunahme durch Wassereinlagerungen im Körper. Diese können beispielsweise durch hormonelle Verhütungsmittel, das Brustkrebsmedikament Tamoxifen oder das Antiepileptikum Carbamazepin verursacht werden und verschwinden in der Regel, sobald das Medikament abgesetzt wird.
Wer Gewichtsschwankungen bemerkt, sollte dies frühzeitig ärztlich oder in der Apotheke abklären. Besonders aufmerksam sollten Menschen sein, die kürzlich ein neues Medikament begonnen haben und seither trotz gesunder Ernährung zunehmen. In vielen Fällen gibt es wirkungsvolle Alternativen ohne diese Nebenwirkung.
Und wenn nicht? Dann hilft ein bewusster Lebensstil mit ausgewogener Ernährung und regelmäßiger Bewegung, den medikamentenbedingten Kilos entgegenzuwirken.