Rund um die Extremhitze Ende Juni gab es eine Debatte über mehr Hitzeschutz. Vor allem aus der Opposition im Bundestag kam die Forderung nach mehr Investitionen, damit zum Beispiel Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und Kitas bei künftigen Hitzewellen gekühlt werden. Nach Einschätzung von Pflegeschützern und Medizinern sind viele Einrichtungen auf Hitzewellen bislang unzureichend vorbereitet. Die Bundesregierung verwies auf die Zuständigkeit von Ländern und Kommunen.
Der Sozialverband Deutschland (SoVD) sieht dagegen den Bund beim Hitzeschutz stärker in der Pflicht. »Extremhitze ist längst kein Ausnahmeereignis mehr, sondern eine der größten sozialen und gesundheitlichen Herausforderungen unserer Zeit«, sagte die Vorstandsvorsitzende Michaela Engelmeier. »Besonders ältere Menschen, Pflegebedürftige, Menschen mit Behinderungen, chronisch Kranke, Kinder sowie Beschäftigte in der Gesundheits- und Sozialversorgung sind auf wirksamen Schutz angewiesen.« Deshalb brauche Deutschland einen flächendeckenden und verbindlichen Hitzeschutz für alle Einrichtungen der öffentlichen Daseinsvorsorge und der kritischen Infrastruktur.
Bund, Länder und Kommunen müssten die notwendigen Investitionen gemeinsam finanzieren und Hitzeschutz verbindlich in der Krisenvorsorge verankern. »Der Bund darf die Verantwortung dafür nicht länger auf Länder, Kommunen oder einzelne Träger abschieben«, sagte Engelmeier.
Der Bundestagsabgeordnete Serdar Yüksel (SPD), Mitglied des Ausschusses für Gesundheit des Deutschen Bundestages, rief angesichts der aktuellen Hitzewelle Bürgerinnen und Bürger zu gelebter Solidarität auf. »Besonders ältere Menschen, chronisch Kranke, Pflegebedürftige und Menschen, die allein leben, geraten bei hohen Temperaturen schnell in eine lebensbedrohliche Situation.«
Er appellierte daran, in den kommenden heißen Tagen bewusst auf diese Mitmenschen zu achten: »Klingeln Sie bei Ihrer älteren Nachbarin oder Ihrem Nachbarn. Fragen Sie nach, ob es ihnen gut geht.« Yüksel unterstrich zugleich die politische Verantwortung. Nötig seien unter anderem flächendeckende Hitzeschutzpläne und gut ausgestattete Kommunen.