| Isabel Weinert |
| 25.06.2026 17:00 Uhr |
Wird Durst nicht mehr gut wahrgenommen, kann es bei Hitze gefährlich werden. / © Adobe Stock/Stock 4 You
Antipsychotika (insbesondere Phenothiazine wie Fluphenazin, Levomepromazin, Perazin, Perphenazin, Thioridazin, aber auch Clozapin, Olanzapin, Pimozid, Quetiapin, Risperidon, sowie Butyrophenone wie Benperidol, Bromperidol, Haloperidol, Melperon, Pipamperon) wirken auf Signalwege im Zentralen Nervensystem (ZNS), vor allem durch eine Blockade von Dopamin- und Serotonin-Rezeptoren. Das verändert die Steuerung der körpereigenen Temperatur im Hypothalamus: Hitze und Durst werden dann schlechter oder erst verzögert wahrgenommen. Natürliche Schutzreaktionen bei Hitze führen die Betroffenen deshalb mitunter nicht aus. Sie suchen also eher nicht den Schatten, ziehen sich womöglich nicht leicht genug an und trinken nicht genug.
Weil viele dieser Medikamente zudem anticholinerg wirken, können sie zudem das Schwitzen reduzieren. Damit steigt die Gefahr für eine Überhitzung der Menschen, die diese Medikamente einnehmen, weil die physiologische Kühlung über die Haut nicht optimal abläuft.
Nicht zuletzt beeinträchtigen Antipsychotika die Aufmerksamkeit. Auch das kann sich bei Hitze fatal auswirken, besonders in Kombination mit den anderen Risiken. Für die Beratung heißt das: Patienten, die Antipsychotika einnehmen, müssen darüber informiert werden, auf diese Gefahren so bewusst wie möglich zu achten und gegenzusteuern.