Die Initiatoren der Wurzel-bis-Blatt-Idee stoßen Veränderungen an und tragen zu einem neuen Blick auf Lebensmittel bei. Denn letztlich ist die Nutzung vieler der hierzulande üblicherweise zum Kochen verwendeten Zutaten überlieferten Traditionen geschuldet. Diese aufzubrechen, infrage zu stellen und sich Anregungen zu holen, ist zu begrüßen. Neue Aromen und Kreationen sind schließlich ein Gewinn für jede Küche. Auch den Fokus auf unnötige Abfälle zu richten und Lebensmittelverschwendung zu vermeiden, ist ein wertvoller Ansatz, den jeder umsetzen kann.
Dennoch ist eine gewisse Vorsicht angesagt. So sollten solaninhaltige Gemüseteile von Tomaten oder Kartoffeln auch in kleinen Mengen nicht verzehrt werden, ebenso wenig wie Avocado- oder bittere Aprikosenkerne.
Risikoexperten sind sich einig, bei den bisher kaum genutzten Gemüseteilen allenfalls nur kleine Mengen auszuprobieren und insgesamt besser abzuwarten, bis mehr über die Inhaltsstoffe bekannt ist. Wer dennoch einmal die angesprochenen Teile testen möchte und keinen eigenen Garten hat, wird am ehesten beim Gang auf den Wochenmarkt oder im Bioladen fündig. Im Gegensatz zu abgepackter Ware im Supermarkt sind hier Blätter und Wurzeln oft noch am Gemüse.