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Micro Habits
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Gewohnheiten für zwischendurch

Im Apothekenalltag bleibt oft kaum Zeit zum Durchatmen. Große Veränderungen wirken da wie ein weiteres To-do auf einer ohnehin langen Liste. Doch manchmal sind es gerade die kleinsten Gewohnheiten, die den größten Unterschied machen können. Wie sogenannte Micro Habits dabei helfen, Stress zu reduzieren und das eigene Wohlbefinden zu stärken.
AutorKontaktCaroline Wendt
Datum 31.07.2026  08:00 Uhr

Die Warteschlange reicht bis zur Tür, das Telefon klingelt zum dritten Mal innerhalb weniger Minuten, und in der Rezeptur warten noch zwei Verordnungen auf ihre Bearbeitung. Solche Tage gehören für viele PTA zum Alltag. Nach Feierabend geht es oft nahtlos weiter: Einkaufen, Familie, Termine. Irgendwann entsteht das Gefühl, nur noch zu funktionieren. Für große Veränderungen bleibt da meist weder Zeit noch Energie.

Micro Habits: Nicht alles auf einmal und nicht von heute auf morgen

Genau hier setzen sogenannte Micro Habits an. Statt das Leben von heute auf morgen umzukrempeln, setzen sie auf kleine Veränderungen, die sich leicht in den Alltag integrieren lassen. Die neue Gewohnheit soll so klein sein, dass sie kaum Überwindung kostet. Gerade in stressigen Phasen ist das ein Vorteil. Denn während große Vorsätze schnell als zusätzliche Belastung empfunden werden, lassen sich kleine Gewohnheiten meist mühelos in bestehende Abläufe einbauen.

Statt sich vorzunehmen, jeden Tag eine Stunde Sport zu treiben, beginnt man beispielsweise mit einem kurzen Spaziergang um den Block. Statt täglich 20 Minuten zu meditieren, startet man mit drei bewussten Atemzügen. Aus diesen kleinen Handlungen können mit der Zeit feste Routinen entstehen, die kaum Zeit kosten und dennoch langfristig das Wohlbefinden fördern können. Der entscheidende Vorteil von Micro Habits ist, dass sie so leicht umzusetzen sind, dass sie leicht zur Gewohnheit werden können. Wiederholt sich ein Verhalten regelmäßig im gleichen Kontext, macht man es mit der Zeit automatisch.

Am leichtesten entstehen neue Gewohnheiten, wenn sie an etwas gekoppelt werden, das ohnehin täglich passiert. Verhaltensforscher sprechen dabei vom sogenannten »Habit Stacking«. Die neue Gewohnheit wird direkt an eine bestehende Routine angehängt. So können beispielsweise nach jedem Händedesinfizieren einmal bewusst die Schultern gelockert oder während einer kurzen Ladezeit am Computer drei ruhige Atemzüge gemacht werden. Weil der Auslöser bereits fest im Arbeitsalltag verankert ist, muss nicht jedes Mal neu daran gedacht werden. Das erleichtert es, die neue Gewohnheit dauerhaft beizubehalten.

Wie schnell sich eine Gewohnheit automatisiert, lässt sich nicht pauschal sagen. Darauf weist auch eine 2024 im Fachjournal Healthcare veröffentlichte Metaanalyse hin. Australische Forschende werteten 20 Studien mit insgesamt rund 2600 Teilnehmenden aus. Das Ergebnis: Die Dauer, die Menschen brauchen, um ein neues Verhalten zur Gewohnheit werden zu lassen, variiert stark – je nach Art der Verhaltensweise, individueller Motivation und Rahmenbedingungen (von 4 bis 335 Tagen). Im Durchschnitt brauchten die Teilnehmenden etwa 59 bis 66 Tage.

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